KONFLIKTLÖSUNG
Zwei Wege trennten sich in einem gelben Wald,
Und da ich nicht beide gehen konnte
Und doch nur ein Wanderer war, stand ich lange da ...
Angesichts der derzeitigen gewaltigen Unruhen in der Welt der Erscheinungen fragen sich viele von uns, wie all diese Konflikte jemals geschlichtet oder verhindert werden könnten, da sie wie ein unvermeidbares Muster des Lebens erscheinen. Wir können jedoch erkennen, dass Schlichtung nicht nur eine Aufgabe ist, die zwischen Nationen oder Gruppen geleistet wird, sondern vielmehr auch ein heiliger Prozess ist, der im Bewusstsein entsteht und sich dort entfaltet. Wie so viele Religionen und Philosophien zum Ausdruck gebracht haben: Jeder Mensch muss früher oder später aus oft widersprüchlichen Optionen wählen, wie er oder sie das eigene Leben gestalten will.
Wie in den ersten Zeilen von Robert Frosts Gedicht „The Road Not Taken“ 2 beschrieben, fällt die Entscheidung oft nicht leicht. Was die Persönlichkeit an Komfort, Sicherheit und Anerkennung begehrt, steht oft im Widerspruch zu den eher geistig orientierten Optionen, doch die Reibung zwischen diesen beiden Wahlmöglichkeiten ist der Ort, an dem Wachstum entsteht – und das in der Meditation erkannt wird. Dies ist eine Form der Schlichtung, die die Perspektive der Seele einbeziehen kann – sie hebt den Blickwinkel über die Ebene hinaus, auf der der Konflikt stattfindet, und dies erfordert eine bewusste Entscheidung und den Einsatz unseres freien Willens. Dieser Prozess bietet eine dritte Position, die durch innere Schlichtung entsteht: Man wird zum Beobachter, der weder urteilt noch ablehnt, sondern das Denkvermögen offen hält für höhere Seelenenergien. Die weitreichenden Perspektiven der Seele zeichnen sich durch Allumfassendheit, Liebe und den Willen aus, dem Ganzen zu dienen, anstatt sich auf die Befriedigung egozentrischer Wünsche zu beschränken.
Hier, im Dienst der Dreiecke, finden wir eine Erweiterung dieser inneren Schlichtung – die Tätigkeit, sich im Denken mit zwei anderen zu verbinden und so ein Dreieck aus Licht und gutem Willen zu bilden. In der Arbeit mit den Dreiecken steht die Persönlichkeit im Einklang mit der Seele und trägt zu diesem erleuchteten Netzwerk bei, das die Welt umgibt. Das persönliche Selbst, einst eine Quelle des Konflikts, wird von Seelenenergie durchströmt und wird zu einem Überträger. Die Spannungen, die einst trennten, werden nun in Ströme gerichteter Energie umgewandelt, die durch das Dreieck fließen und in das kollektive Feld der Menschheit münden. Auf diese Weise kann selbst der unerfahrenste Dreiecksarbeiter zur Heilung des Ganzen beitragen. Durch Beharrlichkeit tragen diejenigen, die als Lichtpunkte in diesem Netzwerk stehen, zur Auflösung der uralten Dualitäten in der Welt bei.
Man kann die gesamte Menschheit auch als eine Einheit mit einer Persönlichkeit und einer Seele begreifen, die vor diesen widersprüchlichen Optionen steht. Wahre Schlichtung beginnt mit dieser Erkenntnis. Genau wie einzelne Individuen in Momenten der Anspannung, so spürt die Menschheit die Last des bedauerlichen Zwangs zur Entscheidung und weiß um den Mut, den dies erfordert. Dies ist im menschlichen Nachdenken seit langem anerkannt. Doch die tiefere Lehre besteht nicht bloß darin, zu wählen, sondern im Licht und in der Liebe der Seele zu wählen und im Einklang mit dem Willen, der dem größeren Ganzen mit Freude dient. Kehren wir also zu den letzten Zeilen von Robert Frosts Gedicht zurück:
Zwei Wege trennten sich in einem Wald, und ich –
ich nahm den, der weniger ausgetreten war,
und das hat den entscheidenden Unterschied gemacht.
2. The lines quoted are part of a longer poem. https://en.wikipedia.org/wiki/The_Road_Not_Taken
Dreiecks-Webinar: Ausstrahlung am zweiten Montag jedes Monats.
www.lucistrust.org/triangles/webinar