Das Licht hereinlassen - März 2017
Die Theorie über die Evolution des Lichtes
Die geistige Wissenschaft lehrt, wenn Gleichklang herrscht zwischen Leben und Form, Geist und Materie, dann erscheint das Licht, Bewusstsein wird geboren und die weite Reise beginnt, die dem Ich seine ursprüngliche Ausgangsform zurückgibt. Im esoterischen Sprachgebrauch ist sie bekannt als 'Theorie über die Evolution des Lichtes'. Aus typisch menschlicher und somit begrenzter Perspektive ist der Sinn des Lebens die Entfaltung des Bewusstseins, während das geistige Wissen formuliert: "Licht oder 'Göttliche Intelligenz' ist die erste Emanation des Höchsten. Ihre facettenreichen, allmächtigen Wellen gebären jede Form und jedes Lebewesen. Und aus ihrem uranfänglichen Punkt treten nach und nach in Erscheinung die Myriaden von Welten, sichtbare und unsichtbare himmlische Körper".[1] Bewusstsein ist das unveränderliche Bindeglied, das Geist und Materie unumstößlich für endlose Zeit verbindet. Es ist eine Reise von ungeheuer großen Ausmaßen. Sie leitet das Leben eines jeden Menschen von einer bewussten Erkenntnis zur nächsten. Sie ist fürwahr eine Pilgerschaft, die keinen Anfang und kein Ende hat. Alles Leben, das sich im gesamten Universum entwickelt, befindet sich in einem Stadium des 'Werdens'. Die heiligen Wissenschaften lehren, dass es bloß "eine Absolute Realität" gibt, "ein unbegrenztes, unwandelbares Prinzip"[2], das für alle Zeiten jenseits menschlichen Verstehens liegt und das (so sind wir unterrichtet) selbst die höchsten erleuchteten Geister auf unserem Planeten niemals ergründen können. Nur die Ewigkeit selbst wird seine verborgenen Mysterien enthüllen, seine Perlen der Weisheit und seine heiligen Geheimnisse.
[1] H.P. Blavatsky, Isis entschleiert, Bd. 1, S. 258 engl.
[2] Alice Bailey in Eine Abhandlung über Kosmisches Feuer, S. 3 engl. = S. 35 dt.
Das kaleidoskopische Zusammenspiel der Energien auf unserem kleinen Planeten, aus kosmischen und systemischen Quellen stammend, ist von großer Bedeutung. Die immerwährende Weisheit sagt wohl zu Recht: "Ein Chaos für die Sinne, ein Kosmos für den Verstand".[1] Nur die Intuition oder das klare Denken kann die dichten Schleier durchdringen, um auf den Grund der lichterfüllten, archetypischen Ebenen der ewigen Wahrheiten zu gelangen. Auf ihrem Weg zum physischen Plan herunter und hinauf geht alle Energie durch den planetarischen Äther. Dies ungeheure Kraftfeld "ermöglicht alle Beziehungen"[2] auf Grund einer wechselseitigen Verbundenheit der individuellen, planetarischen, systemischen und universellen Energiefelder. Alle Formen stehen in gegenseitiger Beziehung zueinander und gewaltige Ströme von Energie zirkulieren durch das gesamte makrokosmische Ganze. Ob wir es begreifen oder nicht, ihre feine aber kraftvolle Wirkung spüren wir deutlich in dem sich weitenden Bewusstsein der Menschenfamilie. Durch die energetischen Strukturen, die zu einer ständigen Verfeinerung des Fühlens und Denkens führen, wird das menschliche Leben unermesslich bereichert. Es ist eine Binsenwahrheit festzustellen, dass unser Schicksal im Himmel gelesen, jedoch auf der Erde geschrieben wird. Vielleicht wird eines Tages eine detaillierte Studie veröffentlicht über die Einflüsse der Tierkreis-, Strahlungs- und sonstigen kosmischen, systemischen und planetarischen Energien, die das menschliche Bewusstsein jahrtausendelang geformt haben. Aber bis dahin bemühen wir uns, deren Auswirkungen zu begreifen.
Und so wie das Sonnenlicht das physische Leben auf der Erde unablässig überstrahlt und erhält, so trägt es dazu bei, dass sich im seelischen und geistigen Formenleben sämtlicher Naturreiche, nicht nur des menschlichen, feinere, sublime Prägungen entwickeln. Aber in jüngerer Zeit ist es hier, in der Menschenfamilie, zu einer "Unterbrechung der Einwirkung" und einer "Störung des göttlichen Kreislaufs"[3] gekommen. Im Großen und Ganzen blieb die Antwortreaktion der Menschheit aus, nämlich die Integration der göttlichen Energie, die neue Energien hätte auslösen können, um das menschliche Naturreich und die kleinen Leben, die die drei niederen Naturreiche ausmachen, zu verbessern. Aber das ändert sich mit dem Ablauf eines jedes Jahrzehnts. Die Menschenfamilie erwacht aus ihrem tiefen Schlummer.
[1] H.P. Blavatsky, Isis entschleiert, Bd. 1, S. XVI engl.
[2] Alice Bailey in Telepathie und der Ätherkörper, S. 114 engl.
[3] Alice Bailey in Telepathie und der Ätherkörper, S. 47 engl.
Die durch göttliche Absicht angeregten neu hervortretenden Strukturen, die schließlich das Leben der Menschen kommender Generationen einfärben werden, sind, soweit nicht schon jetzt vorhanden, kurz davor, im menschlichen Bewusstsein zu erblühen. So überrascht es nicht, dass diese Prägungen in den kreativen Hirnen visionärer und intuitiver Denker bereits zu spüren sind. Ihre Gegenwart ist fühlbar und ihre Schönheit, ihr Licht und ihr Duft sind faszinierend für geistige Empfindungen. Sie tragen den Keim und den Ton der künftigen Wassermann-Ordnung in sich. Ihr Abstieg in die Welt der Formen zum Wohl des Ganzen hat begonnen. Ideen, heißt es, "sind einfach Kanäle für neue und erwünschte göttliche Energien" und als Ideale, so heißt es weiter, "sind diese Ideen in Gedankenform umgewandelt oder reduziert und als solche der Öffentlichkeit dargeboten".[1]
[1] Alice Bailey, Jüngerschaft im Neuen Zeitalter, Band II, S. 170 engl. = S. 203 dt.
In diesem Sinne beginnen wir, ein Verständnis für die Bedeutung unserer gemeinsamen Arbeit zu entwickeln. Dreiecke zu bilden, ist eine wissenschaftliche Technik, um Energie dahin zu beeinflussen, dass sie sich in erwünschte Gedankenstrukturen ergießt, die Schönheit und Wahrheit enthüllen, das Licht hereinlassen und einen unablässigen, endlosen Strom glühenden guten Willens garantieren, der durch die lichterfüllten Fäden (Dirigenten) des Netzwerks fließt. Diese Prozesse dienen als Katalysator für rechte Werte und rechtes Handeln in der äußeren Welt.
Es heißt, die Menschheit habe "die Gewohnheit der Krise".[1] Während ihrer gesamten langen sich über endlose Zyklen erstreckenden Reise ist die Menschenfamilie von primitiven Anfängen, die sich vom tierischen Ursprung nur wenig unterschieden, fortgeschritten zu einer relativ fortschrittlichen Zivilisation und Kultur, in denen das Haus des Geistes und das Reich der Gedanken eine neue erleuchtete Ära formen. Gleichwohl ist die Menschheit von Krisen überschattet.
[1] Alice Bailey, Esoterische Astrologie, S. 477 engl. = S. 495 dt.
Die Strukturen und Ereignisse wiederholen sich auf jeder höheren Windung der Spirale, um dem Gedächtnis die geistigen Wahrheiten hinreichend einzuprägen. Mit anderen Worten, vielleicht lernen wir eine Lektion in der ersten Runde nicht sicher genug. Wir benötigen womöglich mehrere Erfahrungsrunden mit ähnlichen Umständen, um das Gelernte für immer zu festigen. Wir erleben heutzutage Ereignisse in der Welt, von denen wir dachten oder hofften, dass sie in den letzten Jahrzehnten endgültig Vergangenheit geworden seien. Doch nun sehen wir sie in neuer Gestalt wieder an die Oberfläche kommen, allerdings, und das ist wesentlich, im Licht einer höheren Weisheit und aus einer tiefgründigeren Perspektive.
Die Ereignisse, die auf der Weltbühne erscheinen, sind eine bedeutende, wichtige Gelegenheit sicherzustellen, dass wir dieselben Erfahrungen nicht immer wieder machen müssen, sondern dass wir vorwärts schreiten in eine hellere Zukunft zu jenem lockenden, verheißungsvollen "weiten sonnenbeschienen Hochland".
Die Kraft des Willens zum Guten
Wenn sich in der Menschenfamilie der Wille zum Guten entfaltet, dann zeigt sich, "dass während seiner Entwicklung im menschlichen Bewusstsein zuerst alle existierenden Spaltungen zum Vorschein kommen, die das politische, religiöse, soziale und wirtschaftliche Leben der Menschen überall unterscheiden."[1] Die Macht des Willens zum Guten in der heutigen Welt ist von der Art, dass die Kräfte des Fortschritts und Weitblicks in deutlichem, richtungweisendem Kontrast stehen zu den Spaltungskräften, die sich gegen den Gezeitenstrom der Evolution stellen. Im Kopf sind die zahlreichen schwerwiegenden Probleme unserer Zeit den denkenden Männern und Frauen guten Willens auf der ganzen Welt vermutlich niemals klarer gewesen. Die Menschheit ist auf einer Altersstufe angelangt, in der die erste Morgendämmerung des Kleinkinds, der Kindheit und der Jugend abgelöst worden ist vom Erwachsensein, noch nicht in voller Reife und Weisheit, aber im ersten Anflug einer Vernunft, die von erleuchtetem geistigem Verstehen gefärbt ist. Es ist interessant zu bedenken, dass der Mensch, seit er sich immer mehr auf die Denkebene einstellt, gleichzeitig den Quellen des ewigen Lichtes und der bedingungslosen Liebe immer näher kommt.
[1] Alice Bailey, Die Strahlen und die Einweihungen, S. 750 engl. = S. 869 dt.
Ob das nun stimmt oder nicht, die Werte einer Kultur der Seele und die engen, spalterischen Charakteristika des niederen Selbst stehen auf der Weltbühne in Tuchfühlung miteinander. Völlig zu Recht ist diese Epoche als "das Zeitalter der Wiederherstellung dessen, was durch den Fall zerbrochen ist"[1] bezeichnet worden. Sie ist Vorbote einer Ära, in der Schönheit und Wirklichkeitsdenken das Hässliche und den Materialismus verdrängen werden. Einzeln, gemeinsam und in unserem Gruppenumfeld spielt jeder von uns eine ganz spezifische Rolle in diesem sich entfaltenden Schauspiel von weltumfassendem Ausmaß.
[1] Alice Bailey, Eine Abhandlung über Weiße Magie, S. 409 engl. = S. 443 dt.
Zwei Ströme aktiver Energie
Nur wenige bezweifeln, dass in der Welt von heute Kräfte der Spaltung aktiv sind, schrill und turbulent. Ihre Tricks führen zu Verwirrung, wecken Ängste und polarisieren die Gesellschaften. Sie sind eine echte Bedrohung und erfordern eine entschlossene, lichterfüllte Grundhaltung, die ihre schädlichen negativen Auswirkungen kompensiert. Ganz einfach, es gibt "zwei Gruppen, zwei Ziele, zwei große, klar umschriebene Ideale, zwei Ströme aktiv wirksamer Energien und zwei Strahlen, die überwiegend im Kampf liegen, aus denen die verschiedenen Ideologien erwachsen"[1] (leicht umformuliert), die das äußere Chaos in der heutigen Welt verursachen. Diese beiden großen Kräfte, Spiritualität und Materialismus, stehen einander gegenüber auf dem Schlachtfeld von Kurukshetra. Gleichsam wie Arjuna, der Wagenlenker der hinduistischen Geisteswissenschaft, ist die Menschheit, ist der Weltjünger schmerzhaft aufgefordert, durch Rauch und Lärm des Kampfes hindurch seinen Weg zu finden und mit klarerem Durchblick im sich entfaltenden Strahl der Seele aus diesem Kampf hervorzugehen.
[1] Alice Bailey, Schicksal und Aufgabe der Nationen, S. 108 engl.
So ist es wichtig, dass die visionäre Gruppe von Weltdienern und die zahllosen Hundert- und Tausendschaften von Menschen guten Willens harmonisch zusammenwirken, um unverzüglich die weitere Kristallisation des Materialismus und die 'Verfestigung' alter Denkgewohnheiten zu kompensieren, die dem Gesetz der Evolution zuwiderlaufen.
Dreiecke
So können wir, die wir in diesem Jahr (2017) das 80-jährige Bestehen der Dreiecke feiern, zuversichtlich sein, dass Liebe und Hingabe, die dieser Arbeit jahrzehntelang zuteil wurde, einen Beitrag geleistet haben zum Erwachen der Menschheit aus ihrem langen Schlummer. Das Licht des Bewusstseins enthüllt die Großartigkeit der Ideen, die sich ihren Weg in die äußere Welt bahnen. Der Gezeitenstrom ändert sich, eine neue Morgendämmerung kommt auf und heutzutage stehen unzählige Menschen für Gerechtigkeit, Freiheit und Wahrhaftigkeit. Und wenn letztlich auch nichts das Hervortreten des göttlichen Plans aufhalten kann, so kann es jedoch verzögert werden, falls Gewicht und Richtung der öffentlichen Meinung nicht hinreichend auf das Licht ausgerichtet sind. Zum Teil verdeckt der lange Schatten von Getrenntheit und Spaltung immer noch das Licht und das Angesicht der Hierarchie und hindert sie daran, vollkommener auf das abgekämpfte Erdental zu scheinen. Aber wir sind weit davon entfernt zu verlieren. Die Menschheit stand auf ihrer weiten Reise zum Licht schon vor größeren Aufgaben. Deshalb lasst uns heute und an jedem Tag unsere Arbeit von Neuem tun, um sicherzustellen, dass die Menschheit in einen Mantel der Liebe und des Lichtes eingehüllt wird.