Das Uferlose Meer des Unteilbaren Alls

„Das Leben wird von unten geschöpft, und von oben erneuert sich die Quelle, das Meer ist immer voll und breitet sein Wasser überall aus. So kann man das Göttliche mit einem uferlosen Meer vergleichen, mit Wasser, das „die Quelle des Lebens" ist.”.*

Im profansten Sinne bezeichnen wir den Raum als den leeren Behälter der physischen Beziehung. Doch er ist weder leer noch ausschließlich physisch; er ist ein uferloses Meer, das jede Ebene - und das Leben und die Leben, die darin wohnen - umfasst. Der Raum ist also eine Wesenheit, das Leben, das sich durch die Vielfalt der Schöpfung ergießt. Trotz dieser Vielfalt bleibt er eins und unteilbar - ein Paradoxon für das rein konkrete Denkvermögen. Dieses Leben ist unabhängig von seiner Schöpfung und doch das Mittel, durch das es aufrechterhalten wird - immanent in allen Formen und doch transzendent in seiner Natur. Der Raum ist somit die Erste oder die Ursachenlose Ursache, das, was den Geist und die ganze Welt der Manifestation hervorbringt. Er ist ein großes Symbol der vollständigen Realität. Er ist auch das umfassende Behältnis von allem, was ist, ob manifestiert oder nicht manifestiert. Im rein abstrakten Sinne ist es der Große Atem, die immerwährende und unaufhörliche Bewegung des Universums, die Ewigkeit selbst - formlos, unwandelbar, ewig, das eine, unsichtbare und unerkennbare Göttliche.

Diese Urgewässer des Raums, die Große Tiefe, das ist die archetypische Mutter - denn Wasser ist ein allgemeines Symbol für Nahrung und die Quelle des Lebens. Diese Gewässer des abstrakten Raums werden im höchsten Sinne als Akasha bezeichnet, eine Ursubstanz, die auch die himmlische Jungfrau und Mutter des sichtbaren Universums genannt wird. Es ist die Vielfältigkeit dieser Materie, die jede Dimension auf jeder Ebene hervorbringt.

In der Manifestation wird dies zum ätherischen Netz, das jedes winzige Atom des „uferlosen Meeres“ des Raumes durchzieht und jede manifestierte Form mit jeder anderen verbindet. Der Äther ist ein manifestiertes Netz des Lebens und bestätigt die Tatsache des einen Lebens, das sich in unvorstellbarer Vielfalt ausdrückt. Dieses Netz durchdringt und verbindet jede Ebene und ist daher der Schlüssel für die uneingeschränkte Beziehung und Weisheit, die durch den Plan zum Ausdruck gebracht werden soll. Das Dreiecks-Netzwerk arbeitet innerhalb des großen Gewebes dieses Lebensnetzes, welches das Materielle, das Psychologische und das Geistige umfasst. Um wirklich innerhalb des Gefüges des Raumes zu arbeiten, nehmen die Dreiecke-Mitarbeiter ihren Standpunkt in diesem uferlosen Meer ein und dehnen ihr Bewusstsein in alle Richtungen aus: nach oben, nach unten, nach innen und nach außen. Aber es ist die Gruppenarbeit, die wirklich die „Bewegung auf dem Wasser“ hervorbringt, durch die sich der Himmel auf der Erde manifestiert und die Erde in den Himmel gehoben wird.
Der Raum als großes Symbol und allgegenwärtige Tatsache ist unser bestes Mittel, um das Eine zu verstehen, seinen Ursprung, seinen Zweck und, was noch wichtiger ist, wie wir als Mitarbeitende der Dreiecke mit ihm zusammenarbeiten können.


*Zohar iii., S. 290, als Zitat in Die Geheimlehre Vol. I, 356