Die Erschaffung des Heiligen
Gibt es inmitten all des Aufruhrs in der heutigen Welt, in der wesentliche spirituelle Lehren so eklatant ignoriert oder verletzt zu werden scheinen, irgendetwas, das wir für heilig halten können oder sollten? Wo das Dogma, das Ritual und die sakralen religiösen Räume nicht mehr angemessen funktionieren und die konventionellen Religionen eher Konflikte als Frieden und Brüderlichkeit zu fördern scheinen, hat da der Begriff „heilig“ noch eine Bedeutung?
Der Aufruhr, den wir erleben, entsteht in der Welt des Denkens und der Ethik, aus der sich die physischen Konflikte nach dem Prinzip ergeben, dass die Energie den Gedanken folgt. Es ist eine verwirrende Zeit, in der das Alte heftig mit dem Neuen kollidiert, in der wir unsere Ziele und Werte neu überdenken müssen. Wir finden jedoch - vor allem in Wissenschaft und Kunst - viele aufregende Entwicklungen, wie z. B. Einblicke in die Naturgesetze, die die herkömmliche Kosmologie in Frage stellen und neue Möglichkeiten in Bezug auf Energie und die Einheit des Lebens aufzeigen. Dieses Umdenken bedeutet letztlich eine Neudefinition unseres Verständnisses vom Platz der Menschheit im Ganzen. Ein weiterer Aspekt ist, dass wir das Leben als aktiv und bewusst Teilnehmende verstehen können und nicht als Beobachtende, die keine Verbindung zu dem haben, was wir wahrnehmen. Die völlig losgelöste Wahrnehmung hat die rationale und materialistische Wissenschaft lange Zeit geprägt und uns viel Gutes gebracht. Die alten Wissenschaften hielten das Prinzip der Wahrheit für heilig, aber wir stellen jetzt zunehmend fest, dass das Prinzip der Wahrheit, wie alles andere auch, nicht statisch, sondern im Wandel begriffen ist. Etablierte Wahrheits- und Wertvorstellungen verschieben sich in dem Maße, wie wir neue finden, die mit dem Wesen des Göttlichen, dem ewigen Fluss des Werdens, oder ausdrücklich mit der Evolution des Bewusstseins harmonieren. Und da das Wesentliche des menschlichen Bewusstseins in der Erfahrung liegt, finden wir die Wahrheit in der direkten Erfahrung unserer Intuition. Jetzt können wir unser Universum als holographisch verstehen und die Menschen als aktiv Teilnehmende darin, als mitbestimmend in seiner Richtung. Dieses erweiterte Gruppenbewusstsein ist die kraftvolle und verantwortungsvolle Willensfreiheit, die das kommende Zeitalter kennzeichnet, und wir können freudig erwarten, dass neue und großartige Dinge geschehen werden.
Nietzsche erklärte, dass die Menschen danach streben müssen, Götter zu werden, und die geistige Entwicklung, um Mitschöpfer der Göttlichkeit zu werden, ist Teil des heiligen Ziels der Menschheit. Diese Heiligkeit überkommt uns nicht einfach, und sie wird uns auch nicht von der göttlichen Gnade Gottes im passiven Sinne gegeben. Vielmehr streben wir danach, sie aus dem Funken des göttlichen Feuers in uns zu erschaffen. Die Menschheit wird durch Meditation, Kontemplation, abstraktes Denken und Dienen - heilige geistige Werkzeuge - immer stärker gruppenbewusst. Der Dienst des Dreiecks ist Teil des heiligen Konzepts der Trinität. Seine Geometrie drückt die Heiligkeit des Lebens aus - „Sein“ und „Nichtsein“, die durch die Grundlinie des Dreiecks miteinander verbunden sind, und „Werden“, das durch seinen obersten Punkt repräsentiert wird, wodurch die Essenz des Göttlichen zum Ausdruck kommt. Es ist ein Symbol für das menschliche Einssein und die göttliche Kommunikation, die durch Liebe, intelligentes Verstehen und Willen verkörpert wird. Die Gnade Gottes wird zu einer Verwirklichung des schöpferischen Engagements, der erleuchteten Intelligenz, der Liebe und der Macht, mit anderen Worten, der Wille zum Dienen wird geheiligt.