Was es bedeutet, wirklich menschlich zu sein


Edi Billimoria ist ein Autor und Dozent, der die gegenseitige Befruchtung von Ideen auf den Gebieten der Wissenschaft, der Religion und der immerwährenden Philosophie fördert. Er ist Treuhänder des Scientific & Medical Network und Berater der Galileo Commission des Netzwerks. Vor kurzem veröffentlichte er, in 4 Bänden, Unfolding Consciousness: Exploring the Living Universe and Intelligent Powers in Nature and Humans.(Entfaltung des Bewusstseins: Erforschung des lebendigen Universums und der intelligenten Kräfte in Natur und Mensch)

Als eine gemeinsame Welt brauchen wir dringend eine Renaissance und eine Wiederherstellung dessen, was es be deutet, wirklich Mensch zu sein. Dies wurde dadurch verursacht, dass der wissenschaftliche Materialismus weltweit eine Monopolstellung innehat und das Wissen von säkularen Werten dominiert wird.

In den dunkelsten Tagen des Jahres 1943 hat Albert Einstein in einer Rede vor einem jüdischen Studienkreis das Problem auf den Punkt gebracht: „Wir sollten“, so sagte er, „uns davor hüten, den Intellekt zu unserem Ziel zu machen. Er hat zwar starke Muskeln, aber keine Persönlichkeit. Er kann nicht führen, er kann nur dienen, und er ist nicht anspruchsvoll bei der Wahl eines Führers. Diese Eigenschaft spiegelt sich in den Merkmalen seiner Gefolgschaft, den Intellektuellen, wider. Der Intellekt hat einen scharfen Blick für Methoden und Werkzeuge, ist aber blind für Ziele und Werte. So ist es kein Wunder, dass diese fatale Blindheit von den Alten an die Jungen weitergegeben wird und heute eine ganze Generation betrifft.“

Das Problem ist die übermäßige Verherrlichung und Anerkennung des Intellekts auf Kosten der höheren menschlichen Qualitäten. Während wir enormen Nutzen aus Wissenschaft und Technologie gezogen haben, haben wir den Schlüssel - die immerwährende Philosophie - vergessen, der die spirituellen Ursprünge und die wahre Natur dessen offenbart, was es bedeutet, in einem lebendigen Universum wirklich Mensch zu sein.

Die Tragödie besteht für mich darin, dass Wissenschaftler von legendärem Rang auf die Grenzen und Beschränkungen von Wissenschaft und Technologie, die auf die Spitze getrieben werden, hingewiesen haben, dass ihre weisen Worte aber fast völlig ignoriert wurden.

In der Neuzeit sind die besten Beispiele, die mir einfallen, Max Planck und Erwin Schrödinger. In einem seiner wunderbaren Bücher, „Was ist Leben?“, sagte Schrödinger, dass das wissenschaftliche Bild sehr mangelhaft ist. Denn während die Wissenschaft uns sagen kann, wie Wellen der Verdichtung und der Ausdünnung auf unser Trommelfell treffen und dann durch einen neurologischen Prozess eine salzige Flüssigkeit aus unseren Augen austritt, schweigt sie erschreckend darüber, warum und wie ein altes Lied uns zu Tränen rühren kann. Noch mehr Schweigen herrscht über die Großen Ursprünge und die Fragen, die wir uns über das Göttliche und über das „Wohin gehe ich?“ stellen.

Was es bedeutet, Mensch zu sein, bildet seit jeher das Kernstück der immerwährenden Philosophie aller Zeitalter und aller Kulturen. Ob es nun in den Mysterienlehren der alten Inder, Ägypter, Griechen oder in ihrer wunderbaren modernen Form in den titanischen Werken von Rudolf Steiner, Madame Blavatsky und Alice Bailey zum Ausdruck kommt, diese zeitlose Philosophie weist auf den Unterschied zwischen dem menschlichen Körper und dem menschlichen Wesen hin.

Video:: https://bit.ly/3NDPSeP

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