2. Die Neue Gruppe der Weltdiener - Teil 2
In der Menschheitsgeschichte muss einmal die Zeit kommen, dass eine so grosse Anzahl von Menschen für feinere, rein geistige Kernfragen und Werte interessiert und eingenommen ist, dass die alten Anschauungen, Denkweisen und Aktivitäten in grossem Massstab für ewige Zeiten unmöglich sein werden. Diese kommende Epoche wird im Leben der Menschheit eine Parallele zu dem Stadium im Leben eines Jüngers und Christen sein, in dem er nicht länger ein Opfer seiner falschen Neigungen und Gewohnheiten ist, sondern beginnt, seine niedere Natur kraft seines erleuchteten Willens niederzuhalten und zu beherrschen. Dieses Stadium kann nun in unserer heutigen Menschheit - zum erstenmal in ihrer Geschichte - entwickelt werden. Eine der Hauptaufgaben der Neuen Gruppe der Weltdiener besteht darin, diese Änderung der inneren Einstellung in die Wege zu leiten und - durch Erziehung der denkenden Klasse in den Prinzipien des guten Willens und rechter Beziehungen zueinander - die öffentliche Meinung zu stärken und zu fördern. Die Intelligenzkreise werden dann ihrerseits die Massen erziehen. Auf diese Art wird es möglich sein, aus der stärker werdenden Tendenz zu Rechtschaffenheit und gutem Willen Nutzen zu ziehen - einer Tendenz, die heute ganz deutlich besteht, auch wenn sie noch schwach und wenig erkannt ist.
Die zweite Aufgabe der Neuen Gruppe der Weltdiener besteht darin, die Ideale und Ziele, welche die Menschheit leiten sollten, zu erläutern und die Öffentlichkeit mit den sofortigen Möglichkeiten vertraut zu machen. Dadurch werden sie schliesslich bei den Massen [678] ein verständnisvolles Interesse, ein ernstes Verlangen und richtiges Handeln wachrufen. So wird die Idee einiger weniger zum Ideal von vielen werden und kann am Ende als beeinflussender Faktor im menschlichen Bewusstsein Wurzel fassen. Man muss dem Intellekt des Menschen diesen neuen, zwingenden inneren Impuls lebendig vor Augen halten. Das wachsende Verständnis für Brüderlichkeit, (wofür die modernen philanthropischen Bewegungen ein Beispiel sind), das Ideal des Gruppenwohls anstelle persönlicher, egoistischer und ehrgeiziger Ziele sowie die Verkündigung jener Prinzipien, die im nächsten Weltzyklus bestimmend sein müssen und werden - diese Bestrebungen müssen in die Welt getragen werden und eine richtige und kluge Anwendung finden. Diese Art der Massen-Erziehung stellt einen Anfang dar, der die Machtfülle des neuen Zeitalters fühlbar machen wird. Die Tätigkeiten der Neuen Gruppe der Weltdiener werden die Anerkennung von zwei bedeutungsvollen Tatsachen bewirken, die bis heute für die Massen nur Theorien sind, obschon sie für einige wenige ein bewiesenes Wissen bedeuten. Es sind die folgenden Tatsachen:
1. Es gibt einen wohldurchdachten Plan, der dem ganzen Entwicklungsprozess der Welt zugrunde liegt und der immer deutlicher erkennbar wird. Die Menschheitsgeschichte und das ständig zunehmende Bewusstsein der Menschen sind eine unfehlbare Bestätigung dessen.
2. Nach der Trennung vom Körper lebt der Mensch weiter, da er unsterblich ist.
Die Anerkennung dieser beiden Tatsachen wird in den Auffassungen von Menschen und Regierungen grosse Änderungen hervorrufen, wenn sie begreifen werden, dass allem Geschehen in der Welt ein Plan und eine Absicht zugrundeliegen, und wenn die Hoffnung auf Unsterblichkeit zur erkannten und anerkannten Tatsache wird. Man wird dann die Weltereignisse und das moderne Leben in richtiger Perspektive sehen. Hierüber brauchen wir nichts weiter zu sagen. Doch wenn einmal erkannt wird, dass die Zunahme des guten Willens auf Erden ein normales, unvermeidliches Geschehen ist, und wenn alle Ereignisse im Zusammenhang mit einer ewigen Zukunft [679] gesehen werden, dann ergeben sich Folgerungen, die für die Menschheit von tiefgehender Bedeutung sind.
Die dritte Aufgabe der Neuen Gruppe der Weltdiener, eine Aufgabe von unmittelbarer Bedeutung in der heutigen Zeit, besteht darin, die Männer und Frauen guten Willens auf Erden in eine lose verbundene Gruppe zu vereinen. Alle, die diesen Ideen zustimmen und keine gegenteilige Einstellung zu diesen Grundwahrheiten bekunden, müssen miteinander in Verbindung gebracht werden. Diese Gruppe besteht heute schon. Der Kern für die gemeinsame Arbeit ist bereits vorhanden. Während der nächsten fünf Jahre muss durch fortgesetzte Schulung in den Grundprinzipien guten Willens die Anzahl der Mitglieder und deren Nützlichkeit ständig zunehmen. Bis dahin wird sich genügend Kraft und Schwung entwickelt haben, um eine regelrechte Tätigkeit entfalten zu können. Die Neue Gruppe der Weltdiener sollte dann in der Lage sein, die öffentliche Meinung zu formen.
d) Regeln für ihr Vorgehen.
Das sind die Aufgaben, vor denen die Neue Gruppe der Weltdiener steht. Was sollte nun zuerst geschehen?
Ich schlage folgenden Weg vor, dessen Einzelheiten in den verschiedenen Ländern von Zeit zu Zeit variieren werden.
Erstens müssen die Männer und Frauen guten Willens, die bereit sind zuzuhören, zu erwägen und an die Arbeit zu gehen, gefunden und angesprochen werden.
Zweitens sollten sie einer intensiven Schulung unterworfen werden. Das sollte durch Druckschriften, persönlichen Kontakt und Briefwechsel geschehen, ferner durch Vorlesungen und Diskussionen, und schliesslich, wenn möglich, durch irgendeine periodische Zeitschrift, die im buchstäblichen Sinn das Organ der Neuen Gruppe der Weltdiener werden soll. Diese Zeitschrift wird Berichte über die Tätigkeiten enthalten, die guten Willen, internationale [680] Verständigung, Erziehung in allen Teilen der Welt und wissenschaftliche Errungenschaften fördern und begünstigen.
Am Ende dieser Periode sollten dann genügend Menschen in der Welt vorhanden sein, die für diese Prinzipien und deren Möglichkeiten aufgeschlossen sind, so dass sie beginnen können, auf das Bewusstsein des Publikums einen nachhaltigen Eindruck zu machen. Auf diese Weise wird der Kontakt mit der wahren Intelligenz in der Welt immer schneller zustande kommen. Die Ausbildung dieser Denker durch die Weltdiener sollte nach folgenden Regeln erfolgen:
1. Nichts sollte gesprochen oder geschrieben werden, was als Parteinahme oder als Angriff auf einen Herrscher, irgendeine Regierungsform oder nationale Tätigkeit ausgelegt werden könnte. «Hass wird nicht durch Hass beseitigt, Hass erlischt durch Liebe.»
2. Nichts darf in einer Flugschrift oder Zeitung, einem Rundschreiben oder Brief veröffentlicht werden, was Opposition von seiten einer Regierung, einer politischen Partei, eines Wirtschaftsstrategen oder einer religiösen Organisation erwecken könnte. Es dürfen nur solche Prinzipien verkündet werden, die sich auf jedermann anwenden lassen; irgendeine Parteinahme ist nicht erlaubt.
3. Keine Rasse oder Nation darf in Wort oder Schrift als prinzipiell wichtiger als irgendeine andere Rasse oder Nation angesehen werden. Die Menschheit muss als Einheit und Gesamtheit den Vorrang haben. Diejenigen, die nicht so denken, wie es hier auseinandergesetzt ist, sollten aber nicht angegriffen werden. Rassenvorurteile, religiöse Unterschiede und nationale Aspirationen sollten von der Neuen Gruppe der Weltdiener, dieser dritten ausgleichenden Gruppe, nicht beachtet werden.
4. Mitglieder der Neuen Gruppe der Weltdiener sollen sich niemals mit irgendeiner politischen, religiösen oder sozialen Propaganda solidarisch erklären. Solche Propaganda wirkt sich als Separatismus aus und erzeugt Spaltungen und Hassgefühle. [681] Manche Weltdiener und Menschen guten Willens mögen vielleicht selbst Mitglieder von politischen, religiösen oder anderen Organisationen sein, die solche Aktivitäten in ihrem Programm haben, die Spannungen hervorrufen. Frühere Neigungen, aufgezwungener nationaler Gehorsam, Herkunft und Tradition oder die Macht der Umstände mögen daran schuld sein. Sollten Menschen guten Willens sich in einer derartigen Lage befinden, dann sollten sie sich von allem zurückhalten, was Hass hervorruft; ebenso sollten sie jede aggressive Propaganda unterlassen. Sie müssen ihre schwierige Lage als eine Gelegenheit betrachten, den Leitgedanken der Brüderlichkeit in der Weise in diesen kritischen Kreis hineinzutragen, dass sie selbst im Geiste der Brüderlichkeit und liebevollen Verstehens leben und wirken.
5. In allen Nationen müssen beständig Diensteinheiten gebildet werden. Eine Anzahl solcher Einheiten besteht bereits. Ihre Ziele sind folgende:
a) Ihre Landsleute darin zu unterweisen, wie man durch freundliches Bemühen und in einer nicht-aggressiven Weise Dienste tun kann. Die feste Geisteshaltung, niemanden zu verletzen oder zu schädigen, muss eingeschärft werden. Das schliesst keineswegs intensive, kluge Arbeit aus oder steht der Verbreitung jener Ideale im Wege, die zu gegenseitigem Verstehen und schliesslich zu Einheit, Frieden und Wohlstand führen.
b) In jedem Land und möglicherweise in jeder Stadt sollte eine Zentralstelle errichtet werden, wo man über die Tätigkeiten der Männer und Frauen guten Willens in allen Ländern Auskunft erhalten und über solche Organisationen, Gruppen und Parteien etwas erfahren kann, die im Sinne internationaler Verständigung, gegenseitiger Zusammenarbeit religiöser Einheit und wirtschaftlicher Interessengemeinschaft wirken und arbeiten. So werden viele Menschen Gleichgesinnte finden, die bereit sind, zusammen mit ihnen und im Rahmen ihrer eigenen Bestrebungen für die Förderung [682] des Weltfriedens Hand in Hand zu arbeiten. Was bis heute diesbezüglich in der Welt geleistet wurde, kann auf diese Weise zusammengetragen und studiert werden.
c) Die Mitglieder der Neuen Gruppe der Weltdiener und diejenigen, die mit ihnen auf Grund gleicher Ideen und Anschauungen verbunden sind, sollen zusammengebracht werden, damit die Weltdiener in jedem Land und in jeder grösseren Stadt die Gleichgesinnten finden können, deren Ziele mit den ihrigen übereinstimmen und die sich für den gleichen Dienst und dieselbe Aufgabe verpflichtet haben. Es soll die gleiche Sprache der Brüderlichkeit und Güte gelehrt werden, wodurch gegenseitiges Vertrauen und ein Geist des Optimismus gefördert wird.
d) Es sollen das Wirken und die Ideale aller jener Gruppen vorgemerkt und untersucht werden, die ein internationales Programm aufgestellt haben, das die Tendenz hat, Weltschwierigkeiten zu beheben, nationale Streitigkeiten zu schlichten, ein besseres Einvernehmen unter den Rassen zu erzielen sowie religiöse Unterschiede und Klassengegensätze auszugleichen. Ihre Methoden und Arbeitsweisen werden untersucht werden. Findet man solche Gruppen, die wahre geistige Ziele verfolgen und universale Harmonie erstreben, die unter der Leitung von Menschen guten Willens Streitigkeiten beilegen und Differenzen ausgleichen können, dann wird man ihnen bereitwillige Mitarbeit anbieten. Derartige Gruppen bestehen schon.
6. Heimlichkeiten sollen in der Arbeit der Neuen Gruppe der Weltdiener nicht erlaubt sein. Alle geheimen Gesellschaften sind stets Angriffen und dem Misstrauen ausgesetzt. Die Neue Gruppe hat nichts zu verheimlichen, ihre Mitgliederlisten und Arbeitsmethoden müssen jederzeit für Nachforschungen offen stehen. Vertreter des Geheimdienstes und Überprüfungsbeamte eines jeden Landes müssen feststellen können, dass alle Literatur und Information ihnen leicht zugänglich ist. Geheime Listen dürfen nicht geführt werden. Die Mitglieder der Neuen Gruppe müssen ermutigt werden, hohe Persönlichkeiten in Regierungs- und Kirchenkreisen aufzusuchen und sie über die Ziele der Gruppe aufzuklären.
Es bedarf keiner besonderen Vorstellungskraft, um zu erkennen, [683] dass viel erreicht werden kann, wenn die Erziehung der öffentlichen Meinung ständig fortgesetzt wird und die Menschen guten Willens weiter ausfindig gemacht werden. Tausende können sich in der Neuen Gruppe der Weltdiener zusammenscharen und in den Diensteinheiten arbeiten. Das ist die allererste Aufgabe. Wie man diesen gewichtigen guten Willen verwerten kann und wie man dieses Wissen und Verstehen praktisch einsetzen soll, das wird sich nach und nach aus der erzielten Leistung und der jeweiligen Weltsituation ergeben. Welche spezielle Tätigkeit nötig und am Platze ist, das wird sich von selbst ergeben, wenn die Zeit dafür reif ist. Jedenfalls wird es möglich sein, die Macht des guten Willens und der internationalen Verständigungsbereitschaft systematisch auszunützen; dadurch können die verworrenen Weltangelegenheiten eine Änderung erfahren.
Das alles ist durchführbar, nicht durch die üblichen kriegerischen Massnahmen der Vergangenheit oder den aufgezwungenen Willen einer Einzelgruppe, sondern durch die anerzogene Meinung der intelligenzbegabten Massen - eine Meinung, die auf geschultem guten Willen und auf richtigem Einschätzen der Bedürfnisse der Menschheit basiert und sich keinem Lebewesen feindselig entgegenstellt. Die Grundprinzipien müssen in ihrer ursprünglichen reinen Form erhalten und verbreitet werden. Diese Erziehung des Publikums muss sorgfältig und taktvoll geschehen, und man muss sich von Weisheit leiten lassen, um jede Feindseligkeit, Kritik und alle Hassgefühle zu vermeiden. Eine Gruppe, die in dieser Weise arbeitet, wird eine ungeheuere Macht besitzen und kann aussergewöhnliche Ergebnisse erzielen. Das ist keine leere Verheissung, sondern eine durchaus berechtigte Hoffnung, wenn man nur an dem ursprünglichen Konzept festhält und den guten Willen ständig in die Praxis umsetzt.
e) Die Aufgabe der Weltdiener am Vollmondfest im Mai.
Der Monat Mai ist für alle, die mit der Grossen Weissen Loge in Verbindung sind (wie es bei allen wahren Esoterikern der Fall ist) von höchster Bedeutung, weil in diesem Monat das Wesakfest, ein wichtiges und sehr bemerkenswertes Fest, stattfindet. Dieser Zeitpunkt ist immer von besonderem Interesse und eine seltene, günstige [684] Gelegenheit. Aber das Wesak-Fest des Jahres 1936 war einzigartig, und die Loge der Meister hat sich darauf sechs Monate lang vorbereitet. Ich möchte dem noch hinzufügen, dass Buddha auf seinem hohen Platz und Maitreya, der Gesegnete, (den die christlichen Jünger als den Christus kennen), seither in enger Verbindung stehen und zusammenarbeiten, um bei der Menschenfamilie eine Empfangsbereitschaft für ein zu erwartendes Ausströmen geistiger Kräfte zu ermöglichen, welche die Flut der jetzigen Trübsal, Niedergeschlagenheit und Unsicherheit abwenden und damit eine Ära des Friedens und der Seelenkultur einleiten könnten. Ist diese Mitteilung nicht von grösstem Interesse?
Im Zusammenhang mit diesen Festtagen im Maimonat jeden Jahres bietet sich allen die Gelegenheit, einen guten Dienst zu leisten und bei der Erlangung des ersehnten Friedens mitzuhelfen. Ein jeder von uns kann - im Rahmen seiner Möglichkeiten - das geplante Vorhaben fördern und unterstützen. Daher gewinnt das, was ich zu sagen habe, eine ganz neue Bedeutung und legt die Verantwortung für die Verwirklichung dieses grossen Planes auf Erden auf unser aller Schultern. Intensive Anstrengungen in zweierlei Hinsicht sind seither vorausgegangen. Einerseits bemüht sich die Hierarchie, diesen Plan dem Denken der Menschen einzuprägen und ihnen die nötige Kraft und das erforderliche Verständnis zu vermitteln, um die beabsichtigte Aktion erfolgreich zu machen. Andererseits bemühen sich alle Jünger und Aspiranten, all das innerlich aufzunehmen, in Worte zu fassen und in der äusseren Welt wirksam zu machen, was auf der inneren Seite des Lebens der Verwirklichung harrt. Wie weit ist nun dieses Projekt gediehen?
Unser Planet, die Erde, steht gegenwärtig bei den Verwaltern des Evolutionsplanes im Brennpunkt des Interesses. Sie wirken heute mit gewissen Kraftarten und mit gewissen geistigen Wesenheiten zusammen, die derzeit innerhalb des Wirkungsbereiches unseres planetarischen Lebens nicht vorkommen. Ich möchte hier einen Wink geben, ohne auf weitere Einzelheiten einzugehen. Der Leser mag diesen Hinweis akzeptieren oder verwerfen, das hängt ganz von seiner persönlichen Intuition ab.
Buddha erfüllt zurzeit eine besondere Mission [685] als Mittler zwischen Planeten. In dieser Eigenschaft will er (bei den kommenden Wesak-Festen) den Versuch machen, gewisse geistige Wesen mit der Hierarchie unserer Erde in Kontakt zu bringen. Sie haben sich bereit erklärt, in der gegenwärtigen Erdenkrise ihre Hilfe und Unterstützung zu gewähren. Falls das Unternehmen Erfolg hat, wird sich diese Hilfe in einem stark zunehmenden Einströmen geistiger Energie bemerkbar machen, die weit mächtiger ist und auch eine andere Qualität hat, als alle Energien, die derzeit in den Bereich der Erde einströmen und durch das Leben unseres Planeten pulsieren. Jene Aspiranten und Jünger, die sich so weit schulen können, dass sie die grössere geistige Verantwortung erkennen und eine innere Ruhe und eine konzentrierte esoterische Aufmerksamkeit beibehalten, können von dieser Flut geistiger Kräfte mitgerissen werden, so dass sie dann imstande sind, die Notlage der Menschheit erleichtern zu helfen. Als Energie-Übermittler lindern sie diese Not; als Interpreten verstärken sie des Menschen Fähigkeit, zu reagieren und zu begreifen.
Um diese Kraftübertragung herbeizuführen, findet zwischen Buddha und Christus ein besonderer Ideenaustausch und eine wechselseitige Zusammenarbeit statt. Sie unterziehen sich einer ganz systematischen Schulung, um den erwähnten hochgeistigen Wesen, die diesem Planeten helfen möchten, als wirksamere Energie-Übermittler dienen zu können. Drei Meister aus jeder der sieben Strahlengruppen versuchen ihrerseits - als Vorbereitung für die angebotene Hilfsaktion - mit Buddha und Christus in eine engere Verbindung zu kommen. Diese dreiundzwanzig geistigen Krafteinheiten haben sich verbündet, um am Wesakfest und insbesondere in der Stunde des Vollmondes als Gruppen-Instrument des Dienstes zu fungieren.
An die gesamte Hierarchie der Meister erging der Ruf, sich für einen äusserst aktiven «Heiligen Monat» mit beschleunigten Dienstleistungen vorzubereiten. Alle übrigen Meister der Sieben Strahlen nehmen - ungeachtet ihrer derzeitigen Spezialarbeit - unverzüglich den Kontakt und die Zusammenarbeit mit den drei Meistern auf, [686] die als Energievermittler ihres jeweiligen Strahls dienen. Dieser Dienst ist neuartig und etwas Besonderes. Darüber mehr zu sagen, halte ich für überflüssig, da man mich doch nicht verstehen würde.
Die Hierarchie der Meister ruft nun ihrerseits alle werktätigen Eingeweihten und Jünger sowie alle mental eingestellten Aspiranten auf, so konzentriert als möglich mitzuarbeiten und sich angestrengt zu bemühen, die Menschheit für die neuen Kräfte mehr empfänglich zu machen; diese Kräfte können freigesetzt werden, um im Monat Mai ihre wohltätige einigende Wirkung zu entfalten.
Zu dieser intensiven Mitarbeit sind wir alle aufgerufen. Selbst wenn es den beiden Grossen Herren und den vereinten Kräften der Hierarchie gelingen sollte, das, was man eine planetarische Harmonisierung nennen könnte, zustandezubringen und die nötige offene Kraftleitung, durch welche die ausserplanetarischen Energien einströmen können, zu errichten, so bleibt doch den Weltjüngern der Neuen Gruppe der Weltdiener noch immer die Verpflichtung, als Übermittler und Mittler zwischen den Weltdenkern und dieser inneren spirituellen Arbeitsgruppe zu fungieren. Es ergibt sich also folgendes Bild: Die geeinte und in gespannter Erwartung konzentrierte Hierarchie unter der Leitung der beiden grossen Menschheitsführer, die einundzwanzig Chohans und die übrigen Meister der sieben Strahlen. Dann folgen die Weltjünger und die Neue Gruppe der Weltdiener, die ihrerseits die günstige Gelegenheit haben, sich auf das Ereignis einzustellen und als Übertragungsinstrument zu dienen. Und schliesslich haben wir die unglückliche und verwirrte Menschheit, die in brennender Erwartung auf ein Ereignis hofft, das eintreten kann, wenn sich die Weltaspiranten der gebotenen Gelegenheit gewachsen zeigen.
Eine esoterische Information ist hier von Interesse. 1936 und 1937 wurde die Dauer des Wesakfestes auf den inneren Ebenen auf fünf Tage verlängert: Zum Festtag selbst kamen die zwei vorhergehenden und die zwei nachfolgenden Tage. Die genaue Stunde der Wesakfeier ist von höchster Bedeutung. Die beiden Vorbereitungstage sollen die «Tage der Entsagung und Loslösung» sein. Der Festtag [687] selbst wird als «Tag der sicheren Beschützung» angesehen, während die nachfolgenden zwei Tage «Tage der Verteilung» genannt werfen. Diese Bezeichnungen haben für die Hierarchie der Meister eine völlig andere Bedeutung als für die übrige Welt. Es ist zwecklos (und ausserdem nicht erlaubt), deren tiefste Bedeutung zu erklären. Diese fünf Tage bedeuten eine äusserste Anstrengung im Erweisen von Dienstleistungen, welche zum Verzicht auf all das führt, was uns daran hindern könnte, eine brauchbare Stromleitung spiritueller Kräfte zu sein. Das heisst also, dass wir uns nach genügender Vorbereitung, Hingabe und geistiger Einstellung in den beiden ersten Tagen am Festtag selbst als Empfänger oder Verwalter von so viel einströmender geistiger Kraft betrachten sollen, als wir nur immer aufspeichern können. Als Übermittler von Kräften müssen wir bereit und gewillt sein, uns selbst zu vergessen, wenn wir im Dienst für die übrige Menschheit Kräfte erspüren, empfangen und festhalten. Den Festtag selbst sollen wir als Tag des Schweigens ansehen. Ich meine damit den inneren Frieden und feierlichen Ernst, die ungeschmälert beibehalten werden können, auch wenn der äussere Mensch durch Reden und Ansprachen der Bedeutung des Tages Ausdruck gibt. Der Festtag soll ein Tag des Dienens sein, das ausschliesslich auf esoterischem Niveau erfolgt; ein Tag, an dem man in völligem Vergessen der eigenen Person nur an die Not der Menschheit denkt. Während dieser fünf Tage sollen nur zwei Gedanken uns ständig beschäftigen: die Not unserer Mitmenschen und die Notwendigkeit, als Gruppe eine Kraftleitung zu bilden, durch welche unter der erfahrenen Leitung der ausgewählten Mitglieder der Hierarchie die geistigen Energien in den Körper der Menschheit einströmen können.
Ein jeder von uns, ganz gleich, wer er ist, auf welchem Platz er steht oder in welchem Milieu er sich befindet, ganz gleich, wie alleinstehend oder getrennt er sich von all denen fühlen mag, die gleich ihm das visionäre Bild erschauen, kann an diesem Festtag und den beiden vorangehenden und nachfolgenden Tagen in Gruppenformation wirken und denken, und er kann als stiller Verteiler von Kraftströmen fungieren.
Während der zwei Tage vor dem Vollmond wollen wir uns innerlich auf Hingabe und Dienen einstellen und versuchen, für all [688] das aufnahmebereit zu werden, was unsere Seele uns eingeben wird, um uns zu einem brauchbaren Werkzeug für die Hierarchie zu machen. Die Hierarchie wirkt durch Gruppen von Seelen. Wie stark die Kraft und Wirkung einer Gruppe ist, eben das soll erprobt und geprüft werden. Diese Gruppen kommen ihrerseits mit den Persönlichkeiten in Kontakt und stärken deren Hingabe und Aufmerksamkeit. Am Vollmondtage trachten wir, unsere Gedanken ständig im Licht zu halten. Wir sollen jedoch weder über das zu erwartende Geschehen uns bestimmte Vorstellungen machen, noch nach greifbaren Ergebnissen und Auswirkungen Ausschau halten.
Während der zwei Tage nach dem Vollmond sollen wir unsere Aufmerksamkeit ständig sowohl von uns als auch von den inneren Ebenen weg - und auf die Aussenwelt hinlenken. Unser Bestreben wird dahin gehen, so viel spirituelle Energie, wie wir aufgefangen haben mögen, weiterzuleiten und an andere Menschen zu verströmen. Damit ist dann unsere Aufgabe, bei dieser besonderen Dienst-Aktion persönlich mitzuarbeiten, erfüllt.
Diese Hierarchische Kraftanspannung, der eine Periode intensivster Vorbereitung vorausgegangen war, dauert fünf Tage. Die Hierarchie beginnt ihre Vorbereitungen für diese günstige Zeit genau in der Stunde, als «die Sonne begann, nordwärts zu wandern». Aber die Mitglieder der Hierarchie ermüden nicht so schnell wie die Menschen; einem menschlichen Aspiranten ist es unmöglich, eine so lange Vorbereitungszeit durchzuhalten, wie tief auch seine persönliche Hingabe sein mag.
Als Christus auf Erden weilte, sagte er seinen Jüngern, dass sie mit geistigen Heilungen keinen Erfolg haben würden, falls sie dieses Bemühen nicht mit Gebet und Fasten unterstützen. Will der Leser über diese Worte nachdenken? Hier handelt es sich um ein Gruppenbemühen, die Heilung einer riesigen Menschengruppe zu versuchen. Durch Gebet (geheiligtes Verlangen, erleuchtetes Denken, intensives Streben) und Disziplinierung des physischen Körpers für eine kurze Zeit und für einen bestimmten Zweck kann eine solche Heilung vollbracht werden.
Was soll nun an jedem so wichtigen Maivollmond erreicht [689] werden? Ich werde die Ziele in der Reihenfolge ihrer Bedeutung und so klar und kurz anführen, als es dieses tiefgründige Thema erlaubt.
1. Es sollen gewisse Energien, welche die Menschheit stark beeinflussen können, freigesetzt werden. Wenn dies geschieht, werden sie den Geist der Liebe, der Brüderlichkeit und des guten Willens auf Erden beleben und anfeuern. Diese Energien sind genauso wirklich und klar erkennbar wie jene Energien, mit denen sich die Wissenschaft beschäftigt und die sie «kosmische Strahlen» nennt. Ich spreche von wirklichen Energien und nicht von gefühlsdiktierten Abstraktionen.
2. Alle Menschen guten Willens in der Welt sollen zu einem einheitlichen, integrierten Ganzen, das als organische Einheit reagiert, verschmolzen werden.
3. Es sollen gewisse Grosse Wesen angerufen werden, deren Hilfe erlangt werden kann und wird, falls das erstgenannte Ziel durch Verwirklichung des zweiten erreicht wurde; und diese Grossen Wesen werden dieser Anrufung und Bitte nachkommen. Der Leser möge über die Synthese dieser drei Ziele nachsinnen. Es ist völlig belanglos, welchen Namen diese grossen, lebenspendenden Kräfte haben. Man kann sie als Stellvertreter Gottes ansehen, die mit dem Logos, dem Grossen Geist des Lebens und der Liebe, dem Einen, in dem wir leben, weben und sind - zusammenarbeiten können und wollen. Gewisse Denker mögen sie als Erzengel des Allerhöchsten ansehen, deren Werk durch die Tätigkeit Christi und seiner Jüngerschar, der wahren, lebendigen Kirche, möglich wurde. Andere mögen sie als die führenden Oberhäupter der planetarischen Hierarchie ansehen, die hinter der Evolution unseres Planeten stehen und nur selten am äusseren Weltgeschehen aktiv teilnehmen; sie überlassen dies den Meistern der Weisheit und greifen nur in Zeiten drohender Not, wie der gegenwärtigen, ein. Mit welchem Namen immer wir sie nennen mögen, sie stehen in Bereitschaft zu helfen, falls der Ruf mit genügender Stärke und Kraft von den Aspiranten und Jüngern zur Zeit des Mai- und Juni-Vollmondes ausgesandt wird.
4. Von der inneren Seite soll eine angestrengte und zielbewusste Tätigkeit der Hierarchie der Meister, jener erleuchteten Geister, in deren Händen die Führung der Welt liegt, angefordert werden. Es [690] ist erwünscht, dass eine wechselseitige Resonanz und Empfänglichkeit zwischen den folgenden drei Gruppen zustande kommt und sich praktisch auswirkt:
a) Die wartende und zurzeit äusserst besorgte Hierarchie. Ihre Besorgnis beruht auf der Tatsache, dass selbst die Meister nicht sagen können, wie die Menschen reagieren werden und ob sie einsichtig genug sind, die ihnen gebotene günstige Gelegenheit zu nutzen. Die planvoll gegliederte Hierarchie steht unter der Leitung Christi, des Meisters aller Meister und des Lehrers der Engel und Menschen. Er wurde zum Mittler zwischen den Erdbewohnern und Buddha, Buddha zum Vermittler zwischen der gesamten wartenden Hierarchie und den hilfswilligen Grossen Kräften.
b) Die Neue Gruppe der Weltdiener. Sie besteht derzeit aus allen jenen empfänglichen und hingebungsvollen Menschheitshelfern, deren Ziel der Weltfriede ist und deren Streben darauf ausgeht, auf dieser Erde den guten Willen als Grundlage für zukünftige Existenz und Weltentwicklung herbeizuführen. Ursprünglich bestand diese Gruppe aus einer Handvoll bestätigter Jünger und aus Aspiranten, die sich dem Dienst an der Menschheit widmen. Ihre Reihen wurden während der letzten zehn Monate für alle jene Menschen guten Willens geöffnet, die für rechtes gegenseitiges Verstehen aktiv arbeiten und gewillt sind, sich aufzuopfern, um der Menschheit zu helfen; sie sehen keinerlei trennende Schranken und kennen keinen Unterschied in Rassen, Nationalitäten und Religionen.
c) Die grosse Anzahl von Männern und Frauen, die für die verkündeten Ideen Interesse und Verständnis gezeigt haben und den Zielen internationaler Verständigung, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und religiöser Einheit zustimmen. [691] Wenn es möglich wäre, zwischen diesen drei Gruppen von Denkern und Dienstbeflissenen einen inneren Kontakt herzustellen und sie - wenn auch nur vorübergehend - zu einer harmonischen Einheit zu verbinden, dann könnte viel erreicht werden. Die Tore zu einem neuen Leben könnten sich öffnen und die neuen spirituellen Kräfte könnten einströmen. Das ist ja das Ziel und die Grundidee der grossen Gruppe.
Darf ich nun an den Leser einige Fragen stellen? Welche Bedeutung hat der Mai-Vollmond für sie persönlich? Scheint ihnen der Festtag wichtig genug, um alle Kräfte zu mobilisieren? Glauben sie auch wirklich daran, dass an diesem Tage tatsächlich spirituelle Energie von solcher Stärke freigesetzt werden kann, dass sich die Weltsituation ändern wird, vorausgesetzt, dass alle Menschen ihren Teil dazu beitragen? Glauben sie wirklich daran und können sie in der Praxis zu diesem Glauben stehen, dass an diesem Tage Buddha zusammen mit Christus und der Hierarchie Erleuchteter Geister sowie einige der hilfsbereiten Thron, Fürstentümer und Lichtmächte, die höheren Gegenstücke der Dunkelkräfte, in Bereitschaft stehen, um Gottes Pläne auszuführen, wenn ihnen die Menschheit dazu das Recht erteilt und ihre Zustimmung gibt? Ihre Hauptaufgabe, lieber Leser, besteht zurzeit nicht darin, mit den Mächten des Bösen und der Finsternis zu ringen; sie sollen vielmehr die Aufmerksamkeit und Anteilnahme der Kräfte des Lichts erwecken, die Hilfsquellen der Menschen guten Willens mobilisieren und eine richtige Einstellung in der heutigen Welt zustandebringen. Setzen sie dem Übel keinen Widerstand entgegen, sondern bieten sie die Kräfte des Guten auf und stärken sie die Hände derer, die auf der Seite der Gerechtigkeit und Liebe arbeiten, derart, dass die Kräfte des Bösen weniger Möglichkeiten und Aussichten haben.
Wenn sie meinen Worten nur etwas Vertrauen schenken (so klein wie ein Senfkorn), und wenn sie an das Wirken des göttlichen Geistes und an die Gottnatur des Menschen fest glauben, dann denken sie nicht an sich, sondern tragen sie im Mai mit allen Kräften zu dem vereinten grossen Bemühen bei, den Geist der Liebe und des [692] guten Willens zu stärken, um den Lauf des Weltgeschehens zu ändern.
Drei praktische Massnahmen können in dem Bestreben, der Welt zu helfen, von jedermann ergriffen werden. Ich denke nicht an die Vorbereitungsarbeit, die ein jeder innerlich für sich auszuführen hat. Jeder sollte ernstlich danach streben, sich zu läutern, Opferbereitschaft zu entwickeln, klar zu denken und innerlich stärker empfänglich zu werden: das sollte jedermanns Herzenswunsch sein. Jeder sollte sich bemühen, seine Angelegenheiten so zu ordnen, dass er in der Vollmondwoche möglichst alle seine Kräfte für die Mitarbeit einsetzen kann. Jeder muss versuchen, vernünftig und sachlich zu urteilen sowie ein wirkliches Geschick zu beweisen, wenn er daran geht, seine unmittelbare Umgebung für die Wichtigkeit des Augenblicks zu interessieren; das nehme ich als selbstverständlich an. Ich denke hier an die Anstrengungen allgemeiner Art, an denen ein jeder sich beteiligen kann. Sie zerfallen in drei Kategorien:
1. Alle namentlich bekannten Aspiranten und Jünger, ganz gleich in welchen Gruppen sie arbeiten, eindringlich zu belehren und aufzufordern, in ihren eigenen Gruppen entsprechende Vorbereitungen zu treffen, so, wie sie es für angebracht halten.
2. Alle erreichbaren Menschen anzugehen und zur Teilnahme aufzufordern, sie auf die Bedeutung des Tages hinzuweisen und für die weltweite Aktion zu interessieren, aufs neue den Geist guten Willens wachzurufen und am Wesak-Vollmondtag gemeinsam die Grosse Invokation zu sprechen. In allen Ländern sollte jede nur mögliche Anstrengung gemacht werden, um die Zahl derer zu erhöhen, die diesen Anruf anwenden, und um die Öffentlichkeit mit den Idealen vertraut zu machen, für die sich die Neue Gruppe der Weltdiener einsetzt. Allen Menschen in der weiten Welt, die man erreichen kann, soll man Anleitung geben und behilflich sein, den Anruf in ihrer Landessprache zu verbreiten, in einem Text, der die Invokation verständlich und annehmbar macht. Es sollte überall Vorsorge getroffen [693] werden, dass der Anruf am Mai-Vollmondtag von allen zur gleichen Zeit gesprochen wird. Man muss denen, die sich dazu bereit erklären, sagen, sie sollen die Invokation laut sprechen, damit ein Tonvolumen mit einer wirklichen Kraftfülle entsteht. Hinter den Worten muss die ganze Kraft des Willens stehen. Gerade die Anrufung des «Willens zum Guten» liegt in der Absicht der grossen Kräfte, die uns in diesem Zeitpunkt Hilfe bringen können. Es ist ungemein wichtig, das zu wissen.
3. Am Vollmondtag im Mai sollten möglichst viele und grosse öffentliche Versammlungen stattfinden. Ich meine damit, dass man zu irgendeiner Zeit während der achtzehn Stunden vor (und einschliesslich) der Vollmondstunde Versammlungen veranstalten soll. Die genaue Vollmondstunde ist nicht so wichtig, wenn nur möglichst viele Menschen während der vorhergehenden achtzehn Stunden daran teilnehmen, um auf diese Weise einen Beitrag zu dem feierlichen Akt zu leisten, der in der Vollmondstunde stattfindet. Diejenigen Aspiranten aber, die es ermöglichen können, sollten es so einrichten, dass sie während der genauen Vollmondzeit in Meditation verharren, wenn möglich in Gruppenformation. Ihre Aufgabe besteht dann darin, von den in diesem Zeitpunkt verfügbaren Energien Gebrauch zu machen und die vorher in den öffentlichen Versammlungen erzeugten Kraftwirbel zu verwerten, um so das Gewicht des öffentlichen Verlangens nach Frieden und Licht in die Waagschale der Hierarchischen Anstrengungen zu werfen.
In welcher Weise diese drei Ziele erreicht werden sollten und wie die Welt zu einer systematischen Aktion für Weltfrieden und Zusammenarbeit mitgerissen werden kann, das hängt von den jeweiligen zeitlichen Umständen, Erfordernissen und den verschiedenartigen örtlichen Verhältnissen ab.
[694] Die Vertreter der Dienst-Einheiten in den verschiedenen Ländern müssen zur Mitarbeit aufgerufen werden. Wenn man die betreffenden Vertreter und ihre Bestrebungen kennt, sollte man ihnen diese Instruktionen geben Vor allem ist es erwünscht, dass die Grosse Invokation eine weite Verbreitung findet und mit innerer Anteilnahme gesprochen wird. Der breiten Öffentlichkeit muss mit allen möglichen Mitteln ans Herz gelegt werden, den Anruf zu sprechen. Radio und Presse müssen herangezogen und alle Menschen guten Willens angegangen werden, selbst wenn sie vom esoterischen Gesichtspunkt aus noch kein Verständnis besitzen, von der Existenz einer Hierarchie, welche die Menschen führt, nichts wissen und die grosse Chance, die durch die gemeinsame Anstrengung Buddhas und Christi gegeben ist, nicht erkennen.
Mögen alle, die helfen möchten, sorgfältig erwägen, was sie tun und welchen Beitrag sie leisten könnten. Nach gründlicher Überlegung mögen sie entscheiden, welches Opfer sie bringen und wie sie ihre - gewohnheitsgemäss - selbstische Persönlichkeit diesem grossen «Antrieb» unterordnen können, der von der Hierarchie, der Neuen Gruppe der Weltdiener und allen Menschen guten Willens ausgeht. Die Scheidewände, die Menschen und Nationen voneinander trennen, können verschwinden. Der Geist des Friedens kann so stark und machtvoll werden, dass die notwendigen Reformen in ganz natürlicher und freundschaftlicher Weise erfolgen können. Die Aufklärung der Menschheit und das Streben nach Brüderlichkeit kann einen neuen Antrieb erhalten und wirksam gefördert werden.
Aus diesen durchaus möglichen grossen Integrations-Bestrebungen, die zur Zeit des Wesakfestes, ganz besonders aber während der vierundzwanzig Stunden vor der Vollmondstunde, verstärkt und gesteigert werden können, könnte die wirkliche Saat der Gruppe des Neuen Zeitalters, der neuen Welt und der neuen Ideale aufkeimen. Diese Gruppe wird unter keinerlei Namen arbeiten und wird eine völlig bewegliche, freie Organisation bleiben, die von keinem Komitee, sondern durch die intelligente Zusammenarbeit einer Gruppe geleitet wird, nämlich der Neuen Gruppe der Weltdiener. Diese [695] Weltdiener werden allen Nationen und Religionen angehören.
An die Weltjünger und Aspiranten, welche die Neue Gruppe der Weltdiener bilden, erging von der Hierarchie der Ruf um Beistand, und es wurde wahrlich genügend klargemacht, dass niemand zu schwach oder zu unbedeutend ist, um sein Scherflein beizutragen. Jedermann kann behilflich sein, dass wir aus dieser gegenwärtigen Sackgasse herauskommen, wodurch es uns möglich wird, ein neues Zeitalter des Friedens und guten Willens einzuleiten. Ich möchte jedoch deutlich machen, dass wir nicht für ein Millennium, ein tausendjähriges Reich arbeiten. Unser Hauptziel ist jetzt ein zweifaches:
1. Den uralten Rhythmus zu brechen und dafür einen neuen und besseren einzuführen. Dazu braucht man vor allem Zeit und das ist ein sehr wichtiger Faktor. Wenn wir die Verhärtung eines unvermeidlichen Übels hinauszögern und dadurch vielleicht kommendes Unheil verhüten können, gewinnen wir Zeit für die Umformungsprozesse und für die Beseitigung dessen, was sich in der einen oder anderen Form niederschlagen muss; auch die Neue Gruppe der Weltdiener, die in der heutigen Welt unser Instrument ist, würde für ihre Tätigkeiten und Unternehmungen Zeit gewinnen.
2. An jedem Mai-Vollmond die gemeinsame Aspiration aller Menschen so zu vereinen und zu verschmelzen, dass zwischen der wartenden Hierarchie und der Neuen Gruppe der Weltdiener (die aus allen wahren Jüngern, Aspiranten und Menschen mit wirklich gutem Willen im Herzen, ungeachtet ihrer Nationalität oder Religion, besteht) ein Verbindungsweg freigelegt, geöffnet und gebahnt wird. Wenn einmal dieser Kontaktweg hergestellt und dauerhaft ist, und wenn eine genügend grosse Anzahl denkender Männer und Frauen klar erkennen, welche Funktion dieser Lichtkanal hat und welche Möglichkeiten er bietet, dann wird es den Menschheitsführern leichter sein, das Bewusstsein der Massen zu beeindrucken und zu [696] lenken. Auf diese Weise kann die Menschheit besser geleitet werden, denn es wird sich da eine Art bewusster Mitarbeit entwickeln. Es besteht die Möglichkeit, dass die Welt-Aspiranten einen solchen Verbindungsweg herstellen.
Das ist ein wissenschaftliches Arbeitsprogramm, das ich hier dargelegt habe. Es handelt sich um mehr als um organisiertes Streben und Sehnen einer grossen Gruppe von Menschen. Es ist ein unermüdliches geistiges Bemühen und bedingt das Wirksamwerden gewisser Gesetze der geistigen Welt, die eben erst bekannt werden.
Es gibt ein Gesetz, das man das Gesetz des magnetischen Impulses oder das Gesetz der polaren Vereinigung nennt, das hier eine aktive Rolle spielt. Dieses Gesetz beherrscht die Beziehung der Seele einer Gruppe zur Seele anderer Gruppen. Es bestimmt massgeblich die Wechselwirkung (die lebenswichtig, aber bis jetzt als Kraftfeld noch unerkannt ist) zwischen der Seele des vierten Naturreiches (des Menschenreiches) und der Seele der drei Naturreiche unter und über dem Menschen. Da die Menschheit im grossen Entwicklungsplan Gottes die Hauptrolle hat, wird dieses Gesetz für die ganze Menschenfamilie von entscheidender Bedeutung werden. Das wird aber erst dann der Fall sein, wenn die Mehrzahl der Menschen einigermassen versteht, was es heisst, als Seele zu wirken. Dann wird die Menschheit, gehorsam diesem Gesetz, zum Übermittler von Licht, Energie und Geisteskräften für die untermenschlichen Naturreiche werden und als Verbindungsglied zwischen «dem, was oben und dem, was unten ist» dienen. Das ist die hohe Bestimmung der Menschheit.
Gerade an dieser Stelle kann ich vielleicht am besten dieses Gesetz erläutern und damit unser Werk an den Wesak-Festtagen erleichtern.
So, wie gewisse Menschen durch Meditation, Selbst-Disziplin und Dienstleistungen einen ganz deutlichen Kontakt mit ihrer Seele gewonnen haben, so dass sie Instrumente für die Wesensäusserungen der Seele werden und Seelenkräfte in die Welt der Seelen-Energie weiterleiten können, genau so bilden dieselben Männer und Frauen [697] in ihrer Gesamtheit eine Gruppe von Seelen, die mit dem Urquell geistiger Energie in harmonischer Verbindung steht. Sie haben, vom Standpunkt der Hierarchie aus, als Gruppe einen Kontakt hergestellt und sind jetzt mit der Welt geistiger Wirklichkeiten in «Fühlung». So, wie der einzelne Jünger einen solchen Kontakt zu einem dauernden macht und lernt, die innere Harmonie rasch herzustellen, und so, wie er erst dann (und nicht früher) mit dem Meister seiner Gruppe in Kontakt kommen kann und für den grossen Plan Verständnis zeigt, genau so kommt diese Gruppe harmonisch ausgeglichener Seelen mit gewissen grossen Wesen und Lichtkräften z.B. mit Christus und Buddha in Kontakt. Die geballte Aspiration, Selbstaufgabe und verständnisvolle Hingabe der ganzen Gruppe führt die einzelnen Mitglieder in grössere Höhen als es ihnen allein möglich wäre. Durch die gemeinsame Stimulierung und durch die vereinte Anstrengung wird die ganze Gruppe zu einem so intensiven Verstehen mitgerissen, wie es auf einem anderen Wege unmöglich erreicht werden könnte. So, wie das Gesetz der Anziehung, das sich auf der physischen Ebene auswirkt, sie als Männer und Frauen zu einer gemeinsamen Gruppenarbeit zusammengeführt hat, genau so kann das Gesetz des magnetischen Impulses beginnen, über sie Macht zu erlangen, wenn sie als Gruppe (und wieder nur als Gruppe) in aufrichtigem Vergessen der eigenen Person zum Werkzeug werktätigen Dienens werden.
Dieser Gedanke bringt zum Ausdruck, dass sich allen Aspirantengruppen und den vereinten Menschen guten Willens in der Welt sofort eine günstige Gelegenheit bietet. Wenn sie zur Zeit des Mai-Vollmondes als Gruppe von Seelen zusammenarbeiten, können sie viel erreichen. Dieser Gedanke beleuchtet auch die Bedeutung des Gesetzes, das eine polare Einheit und Harmonie bewirkt. Es ist klar und das sollte ein jeder verstehen), dass bei einem solchen Gemeinschaftswerk jeder persönliche Ehrgeiz (auch geistiger Art) auszuschalten ist und dass auch keine persönliche Vereinigung gesucht wird. Es handelt sich nämlich nicht um das mystische Einswerden, von dem die Heiligen Schriften und die mystische Überlieferung berichten. Es betrifft auch nicht die Koordinierung und Verbindung mit eines Meisters Gruppe oder die Verschmelzung mit der inneren Schar verpflichteter Jünger, der jemand angehört, oder gar die Fusion mit dem eigenen Strahl. Alle diese Faktoren betreffen vorbereitende Massnahmen und Bedingungen, die ein jeder für sich [698] persönlich ergreifen und erfüllen muss. Darüber möge man nachdenken. Das Einigungswerk, von dem ich spreche, ist eine viel grössere und lebenswichtigere Angelegenheit, weil es sich hier um einen Gruppen-Zusammenschluss handelt.
Was wir im Sinne haben, betrifft die Schaffung einer einheitlichen Gruppentätigkeit von solcher Qualität, dass sie zur rechten Zeit und mit zunehmender Wirkungskraft einen so machtvollen magnetischen Impuls erzeugt, dass er bis zu jenen Grossen Wesen vordringt, die über die Menschheit und ihre Zivilisation nachdenken und die Meister der Weisheit und die gesamte Hierarchie als Werkzeug benützen. Eine solche Gruppentätigkeit wird bei den Grossen Wesen einen Widerhall und einen magnetischen Impuls auslösen, der durch das Gruppenbemühen die überschattenden wohltätigen Kräfte zusammen bringen wird. Durch die konzentrierte Anstrengung dieser Gruppen in der heutigen Welt (die von der inneren Welt aus gesehen nur eine einzige Gruppe sind), können Licht und Inspiration und geistige Erkenntnisse in einem solchen Kraftstrom freigesetzt werden, dass sie im menschlichen Bewusstsein ganz deutliche Veränderungen bewirken und die Notstände in der Welt lindern werden. Dadurch werden den Menschen die Augen für die fundamentalen Wirklichkeiten geöffnet werden, die bis jetzt nur von denkenden Menschen schwach geahnt werden. Dann wird die Menschheit selbst daran gehen, die notwendigen Verbesserungen vorzunehmen in dem Vertrauen, das vollbringen zu können kraft ihrer eigenen Weisheit und Stärke, deren sie sich bewusst wurde. Doch hinter der Szene stehen während der ganzen Zeit die vereinten Weltaspiranten, die schweigend, im Einklang miteinander und mit der Hierarchie tätig sind und auf diese Weise die Schleuse offen halten, durch welche die benötigte Weisheit, Kraft und Liebe fliessen kann.
Es besteht somit bei diesem grossen Projekt folgende Beziehungen und Gruppierungen, die man in Betracht ziehen muss. Es sind dies:
1. Die Kräfte des Lichts und der Geist des Friedens, verkörperte Grosse Lebewesen, denen eine ungeheure Gruppenkraft innewohnt.
2. Die Hierarchie des Planeten.
3. Buddha.
4. Christus.
5. Die Neue Gruppe der Weltdiener.
6. Die Menschheit.
Buddha konzentriert [699] in sich die herabströmenden Kräfte, während Christus in sich all das aufnimmt und anstaut, was an innerem Verlangen und geistiger Aspiration von den Menschen des ganzen Planeten ausgesandt wird. Das bewirkt auf dem Planeten eine höchst wirksame Harmonisierung. Sollte die ersehnte Zusammenarbeit am Wesakfest zustande kommen, dann können in der Welt die notwendigen Reformen durchgeführt werden. Der Erfolg oder Misserfolg liegt grösstenteils in den Händen der Neuen Gruppe der Weltdiener.
Die obige Tabelle gibt ein kleines Bild darüber, was mit den Worten «Gesetz der polaren Einheit» gemeint ist. Dieser ganze Prozess hat mit Bewusstsein zu tun, und die Resultate müssen im Bewusstsein verarbeitet werden, woraus sich dann die irdischen Auswirkungen ergeben, die davon abhängen, inwieweit die Menschen guten Willens, innerhalb oder ausserhalb der Neuen Gruppe der Weltdiener, die Situation bewusst erfasst haben.
Wenn diese Entwicklung erfolgreich verläuft und verständnisvoll gefördert wird, sollte es möglich sein, zwischen der Hierarchie und der Menschheit eine neue Beziehung herzustellen. Dieses Bemühen könnte (und wollen wir hoffen, es wird) den Anfang einer neuen Art von Mittlertätigkeit kennzeichnen, die zurzeit von einer dem Rettungswerk dienenden Gruppe unternommen wird; diese Gruppe befindet sich im Ausbildungsstadium, um jener Gruppe den Weg zu ebnen, die dann die Welt erretten wird. Diese Mittlertätigkeit setzt die Anerkenntnis des Gesetzes des magnetischen Impulses voraus und den Wunsch, es zu verstehen und mit denjenigen zusammenzuarbeiten, welche dieses Gesetz handhaben. Mit Hilfe und durch richtiges Verstehen dieses Gesetzes sollte es möglich sein, den nötigen Zusammenschluss der Menschenseelen zustandezubringen, die selbst das Symbol der All-Seele in allen Formen und der in einem Gefängnis lebenden Seelen sind. Der Erfolg dieses Bemühens wird weitgehend davon abhängen, inwieweit die Mitglieder der Neuen Gruppe der Weltdiener die damit verbundenen Methoden verstandesmässig [700] erfassen können. Es wird ferner davon abhängen, ob sie willig die Idee aufgreifen, dass sich ihnen zu jeder Vollmondzeit eine besondere Chance bietet, und ob sie bereit sind, im Sinne der angedeuteten Richtlinien vorzugehen. Bis jetzt haben sie noch keinen Beweis dafür, dass die Behauptungen hinsichtlich der Wichtigkeit der Vollmondzeit wirklich zutreffen; ferner fehlen ihnen auch noch persönliche Erfahrungen über die skizzierte Situation. Manche wissen nicht einmal, dass es eine wachsame, beobachtende Hierarchie gibt; da sie aber hingebungsvolle und selbstlose Seelen sind, gehören sie als solche zu der Neuen Gruppe der Weltdiener. Wenn sie in der Zeit des Mai-Vollmondes imstande sind, ihre Herzen zu erheben, zu beten, zu meditieren und Dienste zu tun, und zwar im Einklang und Verein mit allen anderen Diensttätigen, dann kann das Rettungswerk für die Menschheit rascher vorankommen als bisher, und die Ergebnisse werden sichtbar und beträchtlich sein.
Welche Bedeutung das Gesetz des magnetischen Impulses für den einzelnen Jünger hat und welche Parallelen zu seinem eigenen Leben bestehen, mag die folgende Tabelle zeigen:
1. Die Welt der Seelen in den höheren mentalen Bereichen.
2. Der Meister seiner Gruppe.
3. Der Sonnenengel.
4. Der strebende Jünger auf den niederen mentalen Ebenen.
5. Die integrierte, oftmals lästige Persönlichkeit.
6. Die Kameraden, die im Kreis des Aspiranten leben.
Es bedeutet eine Hilfe für den Studierenden, wenn er sich diese Analogien vor Augen hält; er kann sich von den Begrenztheiten des eigenen Lebens freimachen und ein wahres Verständnis für die grösseren Fragen gewinnen, wenn ihm zu Bewusstsein kommt, dass sein kleines unwichtiges Leben nur der Widerschein grösserer und wichtigerer Wirkungskräfte ist.
Es ist weise, immer daran zu denken, dass es auf der Ebene, auf der die Seele lebt, keine Absonderung gibt; es gibt da keine Trennung wie «meine Seele und deine Seele». Nur in den drei Welten [701] der Illusion und Maya denken wir in Begriffen von Seelen und Körpern. Das ist eine okkulte Binsenwahrheit; dennoch mag die wiederholte Betonung einer wohlbekannten Wahrheit dazu führen, deren Genauigkeit erst richtig einzusehen.