I. Das Wesen des Egoischen oder Kausalkörpers
Die Fussnoten dieser Seite des Buches : 65 G.L. III, 143 und 66 G.L. I, 574.
Das Thema des egoischen Strahls und seiner Beziehung zum zweiten Feuer ist für drei Arten von Menschen von vitaler Bedeutung: Diejenigen, die sich für wahre Psychologie oder die Evolution der Psyche interessieren; diejenigen, die auf dem Pfad sind oder sich ihm nähern, und die deshalb mehr und mehr mit ihrem eigenen Ego in Berührung kommen; diejenigen, die sich mit den Seelen der Menschen beschäftigen, welche Diener der Rasse.
Das lässt sich damit begründen, dass ein wirkliches Verständnis dafür, wie sich das Ego im Kausalkörper betätigt, die Fähigkeit mit sich bringt, sich wissenschaftlich mit dem Problem der eigenen Evolution zu beschäftigen und zugleich die Evolution des Mitbruders erfolgreich zu fördern.
1. Die egoische Manifestation kommt durch Vermittlung der beiden Feuer zustande.
Damit kommen wir zur Betrachtung des egoischen Strahls und des Kausalkörpers, wie er vom Standpunkt des Mikrokosmos aus erscheint, und wir wollen es dem Leser überlassen, die sich in bezug auf den Logos ergebenden Analogien selbst auszuarbeiten; dabei darf man nicht vergessen, dass derartige Analogien jederzeit die Tatsache betonen müssen, dass die Manifestation des Sonnenlogos in einem physischen Körper das einzige ist, was eine menschliche Einheit zu begreifen vermag.
In jeglicher Manifestation haben wir es bekanntlich mit einer Zweiheit zu tun, die eine Dreiheit erzeugt. Der Geist tritt mit Materie in Berührung, und die Folge davon ist die Geburt des Sohnes, des Egos, oder des Bewusstseins-Aspekts. Die egoische Manifestation ist demnach der mittlere Aspekt, die Stätte der Einswerdung und (nach Ablauf der notwendigen Evolutions-Zyklen) die Stätte des Ausgleichs oder des Gleichgewichtes. Eine [506] genaue Analogie zwischen dem Logos und dem Menschen würde im übrigen auch deshalb nicht zutreffen, weil der Mensch seine gesamte Entwicklung innerhalb der solaren Peripherie durchmacht, wogegen der Logos (innerhalb dieser Peripherie) nur eine Entwicklungsstufe durchmacht, die der des Menschen in dem Stadium entspricht, wenn seine Astralhülle sich mit Ätherstoff umkleidet und er zu physischer Inkarnation kommt. Das wurde ja bereits im Kapitel «Feuer durch Reibung» kurz erwähnt. Es wird demnach einleuchten, dass wir es bei der Manifestation des Egos mit dem allerwichtigsten Faktor der dreifachen menschlichen Evolution zu tun haben. Wir betrachten dabei jene Seite seines Wesens, die mit dem Vorgang zusammenhängt, in dessen Anfangsstadium er zum vollendeten sechsstrahligen Stern wird (d.h. zur dreifältigen Persönlichkeit und zur dreifältigen Triade, die durch das Mittelglied des Kausalkörpers verschmolzen und harmonisch vereint werden, und die in vollendeter Weise diesen Stern darstellen), um dann später, nach Ausschaltung des physischen Körpers, zum fünfstrahligen Stern oder zum vollendeten Manasaputra zu werden.
Im Sinn von Feuer ausgedrückt könnte man sagen: Der Kausalkörper wird dadurch erzeugt, dass das positive Leben oder Feuer des Geistes (das elektrische Feuer) mit dem negativen Feuer der Materie oder dem «Reibungsfeuer» zusammentrifft und dadurch das Auflodern des Sonnenfeuers verursacht. Diese innere Flamme verbrennt im Lauf der Zeit unvermeidlich das dritte Feuer, d.h. sie saugt dessen Essenz auf; und später verschmilzt sie ihrerseits mit dem Feuer des Geistes und verschwindet damit aus dem objektiven Gesichtskreis.
Ich möchte hier den Kausalkörper von zwei Standpunkten aus betrachten, zunächst im bisher üblichen Sinn, und sodann einzig und allein im Rahmen okkulter elektrischer Erscheinungen.
2. Die egoische Manifestation kommt bei der Individualisierung zustande.
Der Kausalkörper ist jene Hülle aus mentaler Substanz, die im Zeitpunkt der Individualisierung durch das Zusammentreffen der beiden [507] Feuer entsteht. Die von den höheren Ebenen her einströmende Kraft oder Energie (der Odem der Monade, wenn man so sagen darf) erzeugt ein Vakuum oder so etwas; ähnliches wie eine Luftblase im Koilon (griechischen Himmel), und so entsteht die Hülle des Kausalkörpers - der Grenzring des inneren Lebens. Innerhalb dieser Hülle befinden sich drei Atome, die man als die mentale Einheit, das astrale permanente Atom und das physische permanente Atom bezeichnet hat; jedes davon entspricht dem siebten Prinzip jeder der drei Personen der mikrokosmischen Triade, die (in den drei Welten des Mikrokosmos) ein Abbild der drei Personen der logoischen Dreifaltigkeit ist. H. P. B. deutet darauf im Zusammenhang mit dem Logos hin, wobei sie die sichtbare Sonne als das siebte Prinzip des Brahma-Aspekts, das physische permanente Atom des Logos, bezeichnet [*C65,66].
(*C65,66) Siehe 65 G.L. III, 143 und 66 G.L. I, 574.