IV. Die Zukunft des Manas - Teil 4
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Es mag den Anschein haben, als hätte ich nicht sehr viel über diese bewusste Handhabung der Feuer mitgeteilt. Das beruht aber nur auf der Unfähigkeit des Lesers, die esoterische Grundlage obiger Feststellungen zu durchschauen. Bewusste Umwandlung ist dem Menschen nur dann möglich, wenn er die Elemente seiner eigenen Tätigkeit umgewandelt hat; erst dann dürfen ihm die Geheimnisse göttlicher Alchemie anvertraut werden. Wenn er mit [487] Hilfe der in der Materie seiner eigenen Hüllen latent vorhandenen inneren Feuer die chemischen und mineralischen Atome dieser Hüllen umgewandelt hat, dann kann er ohne Gefahr - aufgrund der Ähnlichkeit der Substanz - bei der mineralischen Umwandlung erster Ordnung mithelfen. Erst wenn er (durch die Strahlungsfeuer der Hüllen) das umgewandelt hat, was in seinem eigenen Organismus dem Pflanzenreich entspricht, kann er sich mit der Alchemie zweiter Ordnung beschäftigen. Erst wenn die Feuer des Denkens in ihm vorherrschen, kann er sich mit Umwandlungsprozessen dritter Ordnung, d.h. mit der Übertragung von Leben in tierische Formen befassen. Erst wenn das höhere Selbst im Inneren, das Ego im Kausalkörper, seine dreifältige Persönlichkeit beherrscht, darf er im okkulten Sinn als Alchemist vierter Ordnung zugelassen werden und sich mit der Umwandlung der Tiermonade ins Menschenreich beschäftigen mit dem riesigen Wissen, das dazugehört. Vieles bleibt noch in Zukunft zu vollbringen, aber man sollte sich durch die Grösse der noch zu leistenden Aufgabe nicht entmutigen lassen; vielmehr werden die über die Zukunft gemachten Andeutungen und die vorsichtigen Mitteilungen über die dazu notwendigen Zwischenstufen viele Aspiranten zu angestrengtem Bemühen und neuen Zielen anspornen und diejenigen erreichen und anziehen, die aufgrund ihrer Evolutionsstufe die Aufgabe erfüllen können.
Sich in klaren Worten über dieses Thema der Umwandlung auszudrücken, ist wirklich ein Problem, weil das Gebiet so umfassend ist und der Magier oder Alchemist bei diesem Umwandlungsvorgang Deva-Essenz benutzt, indem er die geringeren Bauleute durch Zusammenarbeit mit den grösseren Devas beherrscht. Um also Gedankenklarheit zu schaffen und diesbezügliche Mutmassungen in bestimmte Bahnen zu lenken, möchte ich zunächst einmal gewisse Postulate festlegen, die bei Behandlung dieser Umwandlungsfrage sorgfältige Beachtung verdienen. Es sind ihrer fünf, und sie beziehen sich ganz besonders auf das Kraftfeld, in dem der Umwandlungsvorgang vollzogen wird. In diesem Zusammenhang muss der Leser sich die Methoden ins Gedächtnis rufen, durch die sich der schwarze vom weissen Magier unterscheidet. Ehe wir fortfahren, [488] dürfte es nützlich sein, diese Unterschiede näher zu betrachten, soweit sie sich auf unser unmittelbares Thema beziehen:
Erstens. Der weisse Bruder befasst sich mit positiver elektrischer Energie. Der schwarze Bruder befasst sich mit negativer elektrischer Energie.
Zweitens. Der weisse Bruder beschäftigt sich mit der Seele der Dinge. Der schwarze Bruder konzentriert seine Aufmerksamkeit auf die Form.
Drittens. Der weisse Magier entwickelt die der betreffenden (menschlichen, tierischen, pflanzlichen oder mineralischen) Sphäre innewohnende Energie und erzielt seine Erfolge aufgrund von Entwicklungen oder Massnahmen, die vom zentralen untermenschlichen, menschlichen oder übermenschlichen Leben selbst eingeleitet wurden. Der schwarze Magier erzielt seine Erfolge mit Hilfe von Kraft, die ausserhalb der betreffenden Sphäre liegt, und erzeugt Umwandlung mit Hilfe von Lösemitteln (wenn ich sie so nennen darf), oder durch Reduzierung der Form, aber nicht, wie der weisse Magier, durch Bestrahlung.
Diese Unterschiede in der Methode verdienen sorgfältige Beachtung, und man muss sich ihre Reaktion auf die verschiedenen Elemente, Atome und Formen bildlich vorstellen. Damit kommen wir zurück zu unseren fünf Postulaten in bezug auf die Umwandlung von Substanz, die Auflösung des Lebens oder die Überführung von Energie in andere Formen.
Die fünf Postulate
Postulat I.
Alle Materie ist lebendige Materie, d.h. die Lebenssubstanz von Deva-Entitäten. Beispielsweise ist eine Ebene mit den aus ihrer besonderen Substanz erbauten Formen die materielle Gestalt oder Hülle eines grossen Devas, der die der Manifestation zugrunde liegende Essenz und die Seele dieser Ebene ist.
Postulat II.
Alle [489] Formen, ohne Unterschied in bezug auf ihre
Schwingungsfrequenz, sind von den erbauenden Devas aus der Materie ihrer eigenen Körper hergestellt. Deshalb nennt man sie den grossen Mutter-Aspekt, denn sie erzeugen die Form aus ihrer eigenen Substanz heraus.
Postulat III.
Die Devas sind das Leben, das die Kohäsion der Form bewirkt. Sie sind die Verschmelzung des dritten und des zweiten Aspekts, und man könnte sie als das Leben aller untermenschlichen Formen betrachten. Ein Magier, der sich mit Umwandlung im Mineralreich beschäftigt, arbeitet demnach praktisch mit Deva-Essenz, die sich auf der aufsteigenden Evolutionskurve noch im frühesten Stadium der Formwerdung befindet; daher muss er drei Dinge in Betracht ziehen:
a. Die hemmende Wirkung der involutionären Lebensformen, die dem Mineralreich noch als Reste anhaften und in Wirklichkeit dessen erbliche Belastung sind.
b. Die siebenfältige Natur der merkwürdigen Gruppe von Devas, die im okkulten Sinn das Wesen des Mineralreiches darstellen.
c. Die bevorstehende Übergangsstufe ins Pflanzenreich, oder die okkulte Einwirkung des zweiten auf das erste Naturreich.
Postulat IV.
Alle Deva-Essenzen und Bauleute auf der physischen Ebene sind für den Menschen ganz besonders gefährlich, denn sie wirken auf den ätherischen Stufen und sind - wie ich bereits früher bemerkt habe - die Übermittler von Prana, d.h. der anregenden Lebenssubstanz; daher machen sie den unwissenden und unbedachten Menschen zur Zielscheibe einer feurigen Essenz, die verbrennt und zerstört.
Postulat V.
Die niederen Devas wirken nicht als individualisierte, bewusste Einheiten, die aus eigenem Antrieb ein Ziel erstreben so, wie ein Mensch, ein Himmlischer Mensch oder ein Sonnenlogos (wenn man sie als Egos betrachtet), sondern sie wirken in Gruppen und unter dem Zwang:
a. ihres arteigenen Impulses, oder der latent vorhandenen aktiven Intelligenz;
b. von Befehlen der grösseren Bauleute;
c. von Ritualen, d.h. unter dem Zwang von Farbe und Schall.
Wenn [490] man diese Tatsachen im Auge behält und gebührend in Betracht zieht, wird man einigermassen die Rolle verstehen lernen, welche die Devas bei der Umwandlung spielen. Der Einfluss, den Feuer auf diesen Vorgang ausübt, ist hier von besonderem Interesse, denn er beleuchtet klar den Unterschied in der Methode beider Richtungen.
Bei der von der Bruderschaft angewandten Umwandlungsmethode wird das innere Feuer, welches das Atom, die Form oder den Menschen beseelt, so lange angeregt, angefacht und verstärkt, bis es (aus eigener innerer Macht heraus) seine Hülle verbrennt und durch Strahlung aus seinem Grenzring entweicht. Das lässt sich in interessanter Weise bei den letzten Einweihungen beobachten, wenn der Kausalkörper durch Feuer zerstört wird. Das innere Feuer verbrennt alles andere, und das elektrische Feuer entweicht. Der wahre Alchemist der Zukunft wird deshalb in jedem Fall die Radioaktivität des von ihm bearbeiteten Elementes oder Atoms anzuregen suchen und seine Aufmerksamkeit auf den positiven Kern konzentrieren. Er wird das gewünschte Ziel dadurch erreichen, dass er die Schwingung, die Aktivität oder den positiven Aspekt dieses Kernes erhöht. Die Meister tun das in bezug auf den menschlichen Geist und kümmern sich überhaupt nicht um dessen «Deva»-Aspekt. Dieselbe Grundregel gilt in gleicher Weise für ein Mineral wie für einen Menschen.
Die von den Mitgliedern der Dunklen Bruderschaft angewandte Methode ist das genaue Gegenteil. Sie konzentrieren ihre Aufmerksamkeit auf die Form und trachten diese Form oder Atomzusammensetzung zu zerschlagen und zu zerstreuen, um das Entweichen des inneren, elektrischen Lebens zu ermöglichen. Diese Wirkung erzeugen sie durch äussere Mittel und unter Benutzung jener der Substanz (Deva-Essenz) selbst anhaftenden, zerstörenden Tendenz. Sie verbrennen und zerstören die materielle Hülle und versuchen, die während der Zersetzung der Form entweichende flüchtige Essenz einzufangen. Das verhindert den Evolutionsplan des betreffenden Lebens, verzögert die Vollendung, wirkt dem ordnungsgemässen Entwicklungsfortschritt entgegen und bringt alle beteiligten Faktoren in eine schlimme Lage. Das davon betroffene Leben [491] (oder die Entität) erfährt einen Rückschlag, die Devas wirken zerstörend und arbeiten nicht an den Zielen des Evolutionsplanes mit; und der Magier befindet sich nach dem Karma-Gesetz und aufgrund der Materialisierung seiner eigenen Substanz durch deren Affinität mit dem dritten Aspekt in einer gefährlichen Lage. Schwarze Magie dieser Art schleicht sich in alle Religionen ein, eben weil sie diesen Weg der Zerstörung der Form durch äussere Mittel verfolgt, anstatt die Befreiung des Lebens durch innere Entwicklung und Bereitschaft anzustreben. Sie führt zu den Übelständen des Hatha Yoga in Indien und zu ähnlichen Methoden, wie sie in gewissen Religionen und okkulten Orden auch im Abendlande zu finden sind. In beiden Fällen arbeitet man mit der Materie irgendeiner Ebene innerhalb der drei Welten, und tut Böses, um damit Gutes zu erreichen; in beiden Fällen handelt es sich um Kontrolle der Devas und den Versuch, durch Manipulation der Formmaterie bestimmte Wirkungen zu erzielen. Die Hierarchie dagegen befasst sich mit der Seele innerhalb der Form und erzielt damit Erfolge, die einen Sinn haben, auf eigener Initiative beruhen und von Dauer sind. Wo immer die Aufmerksamkeit sich auf die Form und nicht auf den Geist richtet, da besteht eine Neigung zur Deva-Verehrung, zur Fühlungnahme mit den Devas und zur schwarzen Magie, denn die Form besteht auf allen Ebenen aus Deva-Substanz.
Das gilt für jede Art von Form und ist wohl zu beachten, denn darin liegt der Schlüssel zu vielen Geheimnissen.
Wir haben also festgestellt, dass die Überführung des Lebens von einer Form zur anderen bestimmten Regeln und Gesetzen unterliegt, und dass sie zu allererst einmal durch die Mitarbeit der Devas und die Anwendung von äusseren Mitteln erreicht wird, die auf das betreffende Atom oder die Form einwirken; ferner, dass sie dann im weiteren Verlauf (d.h. während der langwierigsten und wichtigsten Phase des Vorganges) durch eine darauffolgende Gegenwirkung innerhalb des Atoms selbst gefördert wird, die das positive, brennende Zentrum stärker entfacht und dann schliesslich das Entweichen (durch Radioaktivität) der flüchtigen Essenz verursacht.
In jedem der verschiedenen Stadien wirken die Feuer-Elementarwesen mit, und dabei werden sie von den Feuer-Devas unterstützt und auch beherrscht. So ist es auf allen Ebenen, die uns in den drei [492] Welten hauptsächlich angehen d.h. je nach der Art der betreffenden Form und der Ebene, auf der die Umwandlung stattfinden soll, treten verschiedene Devagruppen in Tätigkeit. Elektrisches Feuer geht gesetzmässig von einem Atom zum anderen über, und das im Atom latente «Reibungsfeuer» (dessen negativer Aspekt) reagiert darauf; die Entwicklung geht weiter vermittels des Sonnenfeuers, und darin liegt der innerste Kern des Geheimnisses der Umwandlung. Mit Reibungsfeuer, der negativen Elektrizität der Substanz, hat die exoterische Wissenschaft sich schon seit einiger Zeit beschäftigt; und durch die Entdeckung von Radium ist auch die Erforschung positiver Elektrizität möglich geworden.
Wie H. P. B. andeutet [*C60], war J. W. Keely auf diesem Gebiet schon weit fortgeschritten und wusste mehr darüber, als er bekanntgab; und andere sind dem Ziel nahe oder versuchen es wenigstens, ihm näherzukommen. In dieser Richtung liegt der nächste Schritt für die Wissenschaft, und er sollte sich mit der potentiellen Kraft des Atoms selbst und mit deren Verwendung zugunsten des Menschen befassen. Dadurch wird eine ungeheure Menge von Energie auf Erden verfügbar werden. Immerhin wird die Kraft der Energie, die dreifältig, und dennoch eins in den drei Welten ist, erst dann zum Wohl des Menschen verfügbar werden, wenn man den dritten Faktor verstehen lernt und wenn die Wissenschaft die Tätigkeit und Wirksamkeit des mentalen Feuers, welches in bestimmten Devagruppen verkörpert ist, zugibt. Das liegt noch weit in der Zukunft und wird erst gegen Ende der gegenwärtigen Runde möglich sein; und zur vollen Erforschung und Ausnutzung dieser mächtigen Kräfte wird es erst um die Mitte der nächsten Runde kommen. Zu der Zeit wird viel Energie durch Beseitigung aller Hemmnisse verfügbar werden. Beim Menschen erfolgt dies am Tag des («jüngsten») Gerichtes (oder der Sonderung), aber es wird auch in anderen Naturreichen Wirkungen hervorbringen. Ein Teil des Tierreiches wird in zeitweilige Verdunkelung eingehen und dadurch Energie zugunsten der übrigen Teile freimachen; und es [493] werden sich Wirkungen ergeben, wie sie der Prophet Israels [*C62] andeutet, wenn er davon spricht, dass «der Wolf sich neben dem Lamm niederlegen» wird; seine Bemerkung «ein kleines Kind soll sie führen» ist in der Hauptsache eine esoterische Feststellung der Tatsache, dass drei Fünftel der menschlichen Familie sich dann auf dem Pfad befinden werden, denn Probejünger und Jünger werden esoterisch als «kleine Kinder» bezeichnet. Im Pflanzen- und Mineralreich werden entsprechende Erscheinungen auftreten, aber sie liegen unserem Begriffsvermögen zu fern, um darauf näher einzugehen.
Die wesentliche Rolle, die das Sonnenfeuer beim Umwandlungsvorgang spielt, wird erst aus dem Studium der Feuer-Devas und Elementarwesen hervorgehen, die Feuer sind und an sich (ihrem Wesen nach und infolge von aktiver magnetischer Ausstrahlung) die äussere Hitze oder Schwingung ausmachen, die folgendes erzeugt:
Die Kraft, die auf die sphärenförmige Wand des Atoms einwirkt.
Die Reaktion innerhalb des Atoms, die zu Strahlung oder zum Entweichen der flüchtigen Essenz führt.
Vom kosmischen Standpunkt aus, und wenn man das Sonnensystem an sich nur als ein kosmisches Atom betrachtet, könnte man sagen:
Die Abstraktionen oder Entitäten, die der Form innewohnen, sind «elektrisches Feuer».
Die im Grenzring eingeschlossene materielle Substanz ist, wenn man sie als homogenes Ganzes betrachtet, "Feuer durch Reibung".
Die Feuer-Devas von der kosmischen Mentalebene (deren Verkörperer Agni und Indra sowie ein anderer sind, der namenlos bleiben muss) sind die äusseren Vollzugsorgane, welche die kosmische Umwandlung bewerkstelligen.
Diese dreifache Feststellung gilt für einen Grundplan, eine Kette oder einen Globus; dabei ist zu beachten, dass beim Menschen das Feuer, das sein dritter Aspekt ist, von der Mentalebene des Sonnensystems herstammt.
Wir haben [494] uns in grossen Zügen mit der Frage der Elektrizität beschäftigt und gesehen, dass die feurige Essenz oder Substanz durch innere Aktivität und äussere Hitze in solcher Weise aufgelöst wird, dass das elektrische Feuer im Mittelpunkt des Atoms frei wird und nach einer neuen Form sucht. Das ist das Ziel des Umwandlungsvorganges, und wenn die im Mineralreich tätigen Alchemisten bislang ihren Zweck nicht erreicht haben, so liegt das an drei Gründen:
Erstens an der Unfähigkeit, den inneren elektrischen Funken zu entdecken. Das kommt daher, weil sie bestimmte Elektrizitätsgesetze und vor allem, weil sie die festgesetzte Formel nicht kennen, welche die Reichweite des elektrischen Einflusses dieses Funkens bestimmt.
Zweitens an der Unfähigkeit, die notwendige Stromrinne oder den «Pfad» herzustellen, auf dem das entweichende Leben in seine neue Form gelangen könnte. Vielen gelang es, die Form zu zertrümmern, so dass das Leben tatsächlich entwich, aber da sie es dann nicht einzufangen oder weiterzuleiten wussten, war all ihre Mühe umsonst.
Drittens an der Unfähigkeit, die feurigen Elementarwesen zu beherrschen, die das äussere Feuer sind, das auf jenen inneren Funken vermittels seiner Umgebung einwirkt. Diese Unfähigkeit ist besonders für die Alchemisten der fünften Stammrasse kennzeichnend, denen diese Beherrschung praktisch unmöglich ist, weil sie die Worte, Formeln und Laute vergessen haben;. Das ist die Folge der ungebührenden Erfolge zu atlantischen Zeiten, als die damaligen Alchemisten die Elementarwesen durch Farbe und Schall dermassen zu beherrschen wussten, dass sie diese für ihre eigenen selbstsüchtigen Zwecke ausnutzten und sich mit Dingen befassten, die sie von Rechts wegen nichts angingen. Diese Kenntnis von Formeln und Lauten lässt sich verhältnismässig leicht gewinnen, sobald der Mensch das innere [495] geistige Gehör entwickelt hat. Wenn das der Fall ist, wird ihn aber der Umwandlungsvorgang gröberer Art (wie z.B. die Herstellung von reinem Gold) gar nicht mehr interessieren, und er wird seine Aufmerksamkeit einzig und allein den subtileren Bestrebungen zuwenden, welche die stufenweise Überführung des Lebens in die jeweils höhere Form betreffen.
Folgende Tatsachen dürften ausserdem Erwähnung verdienen:
Erstens. Dass jedes Naturreich seine Note oder seinen Ton hat; und die mantrischen Laute, die mit dem Umwandlungsvorgang innerhalb des betreffenden Naturreiches zu tun haben, beruhen auf dieser Schlüsselnote oder diesem Grundton.
Zweitens. Dass die Note des Mineralreiches der Grundton der Substanz selbst ist; und die durch vulkanische Tätigkeit erzeugten Erdumwälzungen beruhen in der Hauptsache auf dem Anstimmen von Tonverbindungen, die auf diesem Grundton aufgebaut sind. Jeder Vulkan lässt diese Note ertönen, und für diejenigen, die sie (im okkulten Sinn) wahrzunehmen vermögen, ist der Laut und die Farbe eines Vulkans etwas wirklich Wunderbares. Jede Abstufung dieser Note ist im Mineralreich zu finden, das seinerseits in drei hauptsächliche Unterbereiche zerfällt:
a. Die gröberen Metalle, wie Blei und Eisen, und alle ihnen verwandten Metalle.
b. Die wertbeständigen Metalle, wie Gold und Silber, die im Leben des Menschen eine so wichtige Rolle spielen und die mineralische Manifestation des zweiten Aspekts darstellen.
c. Die Kristalle und Edelsteine, in denen der erste Aspekt im Mineralreich zum Ausdruck kommt. Sie sind die Spitzenleistung der Mineraldevas und die Krone ihres unermüdlichen Fleisses.
Wenn die Wissenschaft erst einmal voll zu würdigen weiss, was den Unterschied zwischen einem Saphir und einem Rubin wirklich verursacht, dann wird sie damit eines der Stadien im Umwandlungsprozess entdeckt haben; aber dazu wird sie erst dann fähig [496] sein, wenn der vierte Äther beherrscht und sein Geheimnis entdeckt ist. Im Lauf der Zeit wird beispielsweise die Umwandlung von Kohle in Diamanten, von Blei in Silber oder von bestimmten Metallen in Gold den Menschen gar nicht mehr locken, denn bis dahin wird man wissen, dass das nur den Lebensstandard herabsetzen und zu Armut anstatt zum Erwerb von Reichtümern führen würde; der Mensch wird schliesslich zu der Erkenntnis kommen, dass die Nutzbarmachung von Atomenergie und die Beschleunigung von Radioaktivität für ihn der Weg zu Gedeihen und Wohlstand ist. Er wird deshalb seine Aufmerksamkeit dieser höheren Art der Überführung des Lebens zuwenden und durch:
a. Kenntnis der Devas,
b. äusseren Druck und Schwingung,
c. innere Stimulierung,
d. Anwendung von Farbe zur Anregung und Belebung,
e. mantrische Laute
das im Mineralreich latente Geheimnis der Atomenergie entdecken und deren unermessliche Macht und Kraft zur Lösung seiner Daseinsprobleme verwenden. Erst wenn man mehr von Atomenergie weiss und das Wesen des vierten Äthers besser versteht, wird es zur Beherrschung der Lüfte kommen, die unvermeidlich bevorsteht.
Drittens. Wenn man einmal die Note des Pflanzenreiches entdeckt haben wird und sie mit anderen Noten der Natur zu vereinigen und in verschiedenen Tonarten und Tonverbindungen anzustimmen weiss, wird sich die Möglichkeit ergeben, wunderbare Erfolge innerhalb dieses Naturreiches zu erzielen und die Tätigkeit jener Devas anzuregen, die sich mit Blumen, Früchten, Bäumen und Kräutern beschäftigen.
Jede Stammrasse umgibt sich mit ihrer eigenen Pflanzenwelt, oder mit bestimmten Grundformen und Mustern, die sich überall dort verfolgen lassen, wo die betreffende Rasse ansässig ist. [497] Das beruht auf der gegenseitigen Beeinflussung zwischen dem Grundton des Pflanzenreiches selbst und dem der Menschenrasse, die sich zu gleicher Zeit entwickelt. Die Vereinigung dieser beiden Grundtöne verursacht die besonderen Merkmale der betreffenden Vegetation, wobei allerdings zu beachten ist, dass die menschliche Note, wenn sie allzusehr überwiegt, leicht das Leben der Formen dieses zweiten Naturreiches austreibt. Die in diesem Naturreich tätigen Devas bilden eine besondere Gruppe, und sie stehen zu ihm in engerer und besonderer Beziehung als die Bauleute oder Devas irgendeines anderen Reiches. Gerade dadurch ist auch der Umwandlungsvorgang in diesem Naturreich leichter als in irgendeinem anderen; dazu kommt der besondere Ansporn, der diesem zweiten Naturreich und seiner Entwicklung durch das Eintreffen der Herren der Flamme gegeben wurde, da sie vom zweiten oder Venusglobus herkamen, der mit dem Pflanzenreich in geheimnisvoller Beziehung steht. Mit anderen Worten: Die kosmische Entität, die das Leben des zweiten Globus und das sich in ihm verkörpernde Prinzip darstellt, steht in enger Verbindung mit der solaren Entität, die das dem gesamten Pflanzenreich innewohnende Leben ist. Diese Analogie lässt sich im Zusammenhang mit den übrigen Naturreichen, Globen und anderen Formen verfolgen und erklärt einigermassen die Tatsache, dass der gegenwärtige vierte [*C63,64] Globus in allererster Linie der Schauplatz der menschlichen Evolution in diesem Grundplan ist; sie erklärt auch das Geheimnis der Gegenwart des grossen Kumara Selbst auf Erden. Diese Gedanken verdienen sorgfältige Beachtung. Die auf [498] diesem Globus in vierfacher Stärke angestimmte Note des Menschenreiches hat folgenschwere Wirkungen gezeitigt, und ich möchte dem okkulten Forscher empfehlen, folgende Manifestationen in Zeit und Raum genau zu erforschen:
1. Die vierte Schöpferische Hierarchie Die menschliche Hierarchie.
2. Der vierte Grundplan Unser Erdenplan.
3. Die vierte Kette Die Erdenkette.
4. Der vierte Globus Unser Planet.
5. Das vierte Naturreich Das Menschenreich.
6. Die vierte Runde Die erste, im engeren Sinn menschliche Runde.
7. Die vier Kumaras Die Verkörperer der Menschheit.
8. Die vierte Ebene Die buddhische Ebene, des Menschen Ziel.
9. Der vierte Äther Die physische Entsprechung der buddhischen Ebene.
All diese verschiedenen Faktoren reagieren auf ein und denselben Grundton; er ist die Ursache ihres Daseins und die Grundlage ihres Wesens. Wenn diese Note gesucht und gefunden wird, bringt sie all diese Faktoren in enge Verbindung, bis sie zu einer grossen okkulten Einheit verschmelzen; sie wird ausserdem die Deva-Scharen zur Mitarbeit heranziehen, welche die Essenz des vierten menschlichen Prinzips sind.
b. Synthese. Wie wir gesehen haben, ist während der kommenden Rassen und Unterrassen ein ganz deutlicher Fortschritt in der Entfaltung des Manasprinzips zu erwarten; und es ist besonders beachtlich, dass die Manas-Evolution, soweit die jetzige Runde in Frage kommt, während der nächsten fünfhundert Jahre zu ihrer höchsten Blüte gelangen sollte. Das Erscheinen der beiden letzten Stammrassen kennzeichnet den Punkt der Synthese und der allmählichen Verwertung aller bis dahin erzielten manasischen Errungenschaften; die Entwicklung des abstrakten Denkens und der intuitiven Erkenntnis wird das zustande bringen. Mit anderen Worten: Manas ist (während der letzten drei Stammrassen) hauptsächlich dafür benutzt worden, um das objektive Dasein richtig zu verstehen, und um den Wohngast in der Form an seine Umgebung auf der physischen Ebene anzupassen. Von jetzt ab wird das [499] menschliche Streben mehr darauf gerichtet sein, die subjektive Seite der Manifestation zu verstehen und die Psyche des individuellen, göttlichen, planetarischen oder menschlichen Lebens zu begreifen. In der nächsten Runde kommt es zu einer kurzen Wiederholung aller vorhergehenden Stadien, und Manas wird in einer Weise zum Ausdruck gelangen, die dem erst halb erwachten Bewusstsein des heutigen Menschen noch unbegreiflich ist. In jener Runde werden drei Fünftel der menschlichen Familie volles Gewahrsein, und auf der physischen, astralen und niederen Mentalebene ununterbrochene Kontinuität der Erinnerung erlangt haben. Die Manas-Evolution wird dann ihr Hauptziel darin sehen, kausales Bewusstsein zu erlangen und systematisch die Brücke zu erbauen, die den Kausalkörper und das permanente Manas-Atom auf den abstrakten Unterebenen miteinander verbinden sollte.
Während der sechsten und siebenten Runde wird dann wiederum eine Synthese vor sich gehen, die derjenigen entspricht, die uns in der sechsten und siebenten Stammrasse der jetzigen Runde bevorsteht.
Im grösseren Rahmen betrachtet könnte man sagen: Der Himmlische Mensch wird auf kosmischen Ebenen das Bewusstsein seines Kausalkörpers erlangen, und das wird eine neue Polarisierung und Gleichschaltung seines Manifestationskörpers zur Folge haben. Dem Gesetz gemäss wird das im Sinn von Qualität und ordnungsgemässem, intelligentem Zweckbewusstsein in jedem einzelnen Naturreich zum Ausdruck kommen und innerhalb dieser Naturreiche eine Einigung bewirken, die dem Menschen im heutigen Stadium seiner Manas-Entwicklung unerklärlich ist. Daher brauchen wir uns auch nicht länger damit aufzuhalten, denn das mentale Begriffsvermögen des Menschen würde der Tragweite dieser Betrachtung nicht gewachsen sein.
In Zusammenfassung dessen, was ich über das kritische Unterscheidungsvermögen, die intelligente Aktivität, die Anpassungsfähigkeit und die Umwandlungskraft des Manasprinzips gesagt habe, möchte ich darauf hinweisen, dass diese Entwicklungen so weittragend sind, dass diese Aspekte in jedem Bereich der Natur, [500] sei es makrokosmisch oder mikrokosmisch, in Erscheinung treten und sich auf neunfache Art auswirken werden, ehe die Vollendung erreicht ist und der Mensch seinen Weg gefunden hat.
Wir wollen daher einmal kurz die mikrokosmische Manifestation betrachten und es dem Leser überlassen, soweit er dazu fähig ist, analoge Ideen in bezug auf den Himmlischen Menschen und den Sonnenlogos zu entwickeln:
Manas-Merkmale auf den einzelnen Ebenen
I. Auf der Physischen Ebene:
Hier zeigt diese Qualität sich als:
a. Die Wahlfähigkeit der Atome des Körpers.
b. Die Anpassungsfähigkeit der Form an ihre Umgebung und äusseren Umstände.
c. Der ordnungsgemässe Zweck des der Form innewohnenden Lebens, insoweit es die physischen Formen und Atome beeinflusst.
d. Die Umwandlungskraft, die dem Menschen innewohnt, auch wenn er sie bislang noch nicht erkannt hat, und die ihn vom Tiermenschen zu seiner jetzigen physischen Daseinsstufe gebracht hat. Sie bezieht sich auch auf die Überführung des Lebens auf manasische Stufen.
II. Auf der Astralebene.
a. Das Vermögen des Menschen, zwischen den Gegensatzpaaren kritisch zu unterscheiden.
b. Seine Anpassungsfähigkeit an emotionale Zustände, und seine Kraft, sich schliesslich zum Gleichgewicht hindurchzuringen.
c. Die Kraft des Menschen, seinen Astralkörper durch bewusste Zielstrebigkeit von Fremdstoffen freizumachen und damit dessen Durchsichtigkeit sicherzustellen.
d) Die innere Kraft zur Umwandlung, die das Leben schliesslich in buddhische Formen verwandelt oder überführt.
III. Auf der Mentalebene.
a. Die Fähigkeit des Menschen, die Form zu wählen, durch die er zur Manifestation kommen will.
b. Seine Anpassungsfähigkeit [501] an mentale Strömungen und Schwingung, und sein Vermögen, sie zur Kontrolle der niederen Formen zu benutzen.
c. Die Verfolgung bestimmter Ziele mit Hilfe der beiden niederen Träger. Der Impuls geht von der Mentalebene aus.
d. Die Umwandlungskraft, die den gesamten niederen dreifältigen Menschen in eine neue Form, den Kausalkörper, verwandelt. Dieser Umwandlungsprozess erstreckt sich über die ganze Kette von Inkarnationen.
IV. Auf den Abstrakten Stufen der Mentalebene.
a. Die Fähigkeit des Egos, innerhalb der drei Welten seinen kritischen Abstand in bezug auf Zeit und Raum zu wahren.
b. Die egoische Anpassung von Materie und äusseren Umständen, von Zeit und Umgebung, an die jeweiligen Erfordernisse des Karmischen Gesetzes.
c. Der «Intelligente Zweck», der aller physischen Objektivität zugrunde liegt und dessen Auswirkung in jedem Einzelleben zutage tritt.
d. Die Umwandlung oder Überführung des im Kausalkörper tätigen Lebens des Egos in die Triade. Das führt zur Lossagung von der Manifestation in den drei Welten. Um diese Umwandlung zu bewerkstelligen, muss der Denker im Kausalträger dreierlei tun, was man gelegentlich übersieht, nämlich:
1) Den Kausalkörper aufbauen und ausrüsten.
2) Die dreifache, niedere Natur mit Hilfe der permanenten Atome bewusst verbinden und beherrschen.
3) Den Zwischenraum zwischen dem Kausalkörper auf seinem eigenen Niveau, und dem manasischen permanenten Atom überbrücken.
V. Auf den Buddhischen Stufen.
a. Hier zeigt [502] sich das kritische Unterscheidungsvermögen als die Fähigkeit, zwischen dem Abstrakten und dem Konkreten zu unterscheiden und Schlussfolgerungen zu ziehen, ohne dazu den gewöhnlichen Apparat - den Mentalkörper und das physische Gehirn - zu benötigen.
b. Anpassungsfähigkeit an hierarchische Unternehmungen, wie sie der Eingeweihte oder der Meister beweist, indem er für die Lebensimpulse und geistigen Strömungen empfänglich ist, die vom planetarischen Logos seines Strahls ausgehen - wovon man sich im jetzigen Stadium der Entwicklung unmöglich eine bewusste Vorstellung machen kann.
c. Das Zweckbewusstsein, das den Meister bei der Auswahl eines der sieben Pfade des Bemühens leitet. Daher beruht diese Wahl auf Wissen, aber nicht auf Wünschen.
d. Die bewusste Umwandlung, die er im Verlauf des Evolutionswerkes vornimmt sowie die stufenweise Überführung seines eigenen Lebens und des Lebens seiner Gruppe in den monadischen Aspekt, der sich im buddhischen widerspiegelt.
VI. Auf Atmischen Stufen:
a. Die auswählende Funktion des Adepten im Rahmen der planetarischen Manifestation, und die kritische Unterscheidungskraft, die all sein Handeln in bezug auf seinen eigenen Planeten sowie in bezug auf die beiden anderen bestimmt, die mit der Erde in Form eines systemischen Dreieckes verbunden sind.
b. Die Anpassung von (Deva- und Menschen-) Gruppen an bestimmte Arten von Beeinflussung und Schwingung, die von ausserhalb des Systems herrühren und von hohen kosmischen Stufen aus auf Gruppen einwirken, um bestimmte Eigenschaften auszubilden, für die es bislang noch keine Bezeichnung gibt.
c. Das auf Synthese abzielende Wirken des Brahma-Aspekts, das in der Verschmelzung der vier geringeren Strahlen zum dritten Hauptstrahl zum Ausdruck kommt.
d. Die Umwandlung, die [503] für fünf Himmlische Menschen zu planetarischer Verdunkelung führt und die ebenso, wie die vorhergehende Synthese - die mikrokosmische Evolution betrifft und den Menschen mit einschliesst. Dabei ist Folgendes bemerkenswert: in dem Mass, in dem mehr und mehr Monaden sich wieder in die Quelle ihres Ursprungs auflösen, kommt es dadurch zur allmählichen Verdunkelung des betreffenden Himmlischen Menschen, in dessen Körper sie Zellen bilden. Obwohl sich das vom menschlichen Standpunkt aus über eine ungeheuer lange Zeitperiode auszudehnen scheint, so geschieht es dennoch vom Standpunkt des universalen oder Gruppenbewusstseins aus jetzt. So ist z.B. die Verdunkelung der Manifestation des Logos unseres Erdenplanes ein Ereignis, das bereits im Gang ist und zu Zeiten von Lemuria begann.
VII. Was die Unterscheidungsgabe, Anpassungsfähigkeit, Endabsicht und Umwandlungskraft der Monade anbetrifft, so wäre es zwecklos, näher darauf einzugehen.
All diese Ideen und Begriffe sind nur insofern von Wert, als sie im Denker ein erhöhtes Verständnis für die Erhabenheit des göttlichen Planes erwecken, ihn zur Aneignung der Energie und Kraft anregen, auf die er als Teilnehmer am Manifestationsprozess Anspruch hat, und ihn zu kluger Mitarbeit am Evolutionsplan veranlassen, soweit er und seine Gruppen davon betroffen sind.