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V. BEWEGUNG UND DER IMPULS ZUR FORMGESTALTUNG - Teil 1

Die Fussnoten des Buches sind als Pdf integriert. Klicken Sie auf die Nummern, z.B.  (*C16] usw.

1. Bewegung und die Mentale Hülle.

Im ersten Teil dieser Abhandlung befassten wir uns bis zu einem gewissen Grad mit verschiedenen Phasen der Betätigung, als wir «Reibungsfeuer» und die feurige Bewegung der Substanz selbst besprachen. Wir wollen nur noch kurz einige weitere Aspekte dieses Themas berühren, denn es ist notwendig, dass der Leser gewisse Zusammenhänge [1098] im Sinn behält. Er sollte versuchen, das Verhältnis zwischen dem universalen Denken (dem systemischen Denkvermögen) und dem kosmischen Denken festzustellen und den Zweck der mentalen Hülle zu verstehen, die aufgrund ihrer feurig-gasförmigen Zusammensetzung einer der beachtenswertesten unter den verschiedenen Körpern ist. Er sollte durch Meditation auch die mentale Kontrolle und Gleichschaltung herzustellen suchen, die Ausgeglichenheit und Empfänglichkeit für kausale Beeindruckung zur Folge hat. Das wird dazu führen, dass das Ego dem Menschen auf der physischen Ebene Unterweisungen übermittelt.

Im Zusammenhang mit der mentalen Hülle sind einige Punkte hervorzuheben, obgleich wir damit nicht mehr bezwecken, als sie ihrem Wesen nach kurz anzudeuten. Gemäss dem Gesetz der Entsprechungen sollte der Leser dann in der Lage sein, gewisse Schlüsse zu ziehen und sich über den Zweck und die Rolle der besonderen Gruppe von lunaren Pitris klar zu werden, die den Mentalträger bilden.

Der Mentalkörper enthält nur vier Arten von Essenz, während der astrale und der physische Körper aus sieben Arten bestehen. Welche diesen Körper bildenden Devas werden als «die Kohorten vierter Ordnung» zusammengefasst und stehen in enger Verbindung mit jener Gruppe von kosmischen Lebewesen, die (dadurch, dass sie solarer Materie ihren Einfluss einprägen) für die Tatsache verantwortlich sind, dass unser Sonnensystem ein System vierter Ordnung ist. Im makrokosmischen Sinn wird diese Gruppe von Lebewesen von kosmisch-mentalen Bereichen aus gelenkt und beherrscht, und zwar auf dem Weg über die zentrale, geistige Sonne und das, was, man im esoterischen Sinn «die vierte, solare Höhle» nennt. Wenn der Leser über die Natur des menschlichen Herzens und dessen Bestandteile, besonders eine der Herzklappen, meditiert, mag er einigen Aufschluss über dieses verwickelte Problem erhalten. Es erfolgt ein ständiger Zufluss von Energie, der von diesen Wesenheiten auf den kosmischen Mentalstufen ausgeht. Dieser Zufluss ist das eigentliche Leben der solaren Einheiten, welche die Gesamtsumme der vier niederen Unterebenen der Mentalebene ausmachen, und demzufolge ist er auch das Leben der individuellen Einheiten, welche die Mentalkörper aller menschlichen Wesen bilden. [1099] Wie alle aufmerksamen okkulten Schüler wissen, steht auf allen Ebenen die vierte Unterebene in einem ganz besonderen, engen Verhältnis zur vierten Schöpferischen Hierarchie, der Hierarchie der menschlichen Monaden, und das ist ganz besonders beim Mentalkörper der Fall. Mit Hilfe der Nummer der Ebene (fünf) und der Nummer der Unterebene (vier) wird die Möglichkeit der Einweihung für den Menschen zur Tatsache, und dadurch kommt es zu der besonderen Art von Aktivität, die seinen Fortschritt kennzeichnet. Für die Form der mentalen Hüllen sind demnach zwei Hauptströme von Energie verantwortlich, nämlich:

a. derjenige, welcher von der vierten Unterebene der kosmischen Mentalebene ausgeht und folglich auch die übrigen drei Unterebenen einschliesst;

b. derjenige, welcher von der Gesamtheit jener Lebewesen ausgeht, aus denen sich die vierte Schöpferische Hierarchie zusammensetzt. Bekanntlich ist neun die esoterische, und vier die exoterische Zahl dieser Hierarchie.

Aus dem Zusammenfluss dieser beiden Kraftströme (innerhalb der Grenzen der drei Welten) ergibt sich die progressive Aktivität des Menschen. Wenn noch die von sich aus eingeleitete Tätigkeit der individuellen Atome irgend einer Hülle hinzukommt, dann entsteht eine spiralförmig-progressive Bewegung. Das gilt sowohl im makrokosmischen als auch im mikrokosmischen Rahmen, denn die Aktivität der kosmisch-physischen Ebene (der sieben Ebenen unseres Systems) hängt in hohem Mass von der gleichgeordneten Aktivität gewisser Kraftmanifestationen ab, die man wie folgt aufzählen könnte:

a. die Aktivität der vierten Schöpferischen Hierarchie, welche in ihrer Gesamtheit die Kraftzentren bildet;

b. die vom vierten kosmischen Äther, der buddhischen Ebene, ausgehenden Einflüsse, von denen im ganzen System die Manifestation alles Greifbaren und Objektiven abhängt; [1100]

c. die Entfaltung, sowohl im makrokosmischen als im mikrokosmischen Rahmen, des vierten Aspekts des solaren und des menschlichen, egoischen Lotos; sie bedeutet die Enthüllung des «Juwels im Lotos», und im makrokosmischen Sinn die vollendete Gleichordnung der drei Aspekte mit Hilfe von Substanz; das ist die Vollendung der logoischen Absicht, die auch das erstrebte Ziel der vierten Gruppe ist. Das liesse sich auch so ausdrücken:

«Wenn einmal die Bedeutsamkeit des vierdimensionalen Daseins voll erkannt ist, dann wird die vierte Ordnung zusammen mit der fünften die heilige Neun ausmachen.»

d. die spezifische Gleichschaltung, das freie Spiel oder die unbehinderte Zirkulation von Kraft, die zu gleicher Zeit durch folgende Manifestationen des einen Lebens zum Ausdruck kommt:

1. die logoische und ebenso die menschliche Quaterne (Vierheit),

2. den vierten systemischen Äther,

3. den vierten kosmischen Äther (die buddhische Ebene),

4. die vierte Schöpferische Hierarchie.

Wenn einmal das in vollem Mass zustande kommt, dann wird das Universalziel erreicht sein, und der Logos wird die erwünschte Kontrolle über seinen physischen Körper erreicht haben; dann werden sich die menschlichen Einheiten auf der buddhischen Ebene betätigen, und die Gruppen von Lebewesen, welche die Mentalkörper der menschlichen Wesen bilden, (die ihrer Zahl nach mit obiger Progressionsreihe verwandt sind) werden ebenfalls ihr Ziel erreicht haben.

Gewisse Einflüsse und Kräfte wirken auf die Mentalhülle jedes menschlichen Wesens ein und erzeugen in ihm die sogenannte «spiralförmig-progressive» Aktivität. Die dazu gehörigen Kräfte lassen sich kurz wie folgt zusammenfassen:

1. Die Energien der Substanz, aus denen sich der Mentalkörper zusammensetzt.

2. Die Energien des lunaren Vaters, der das kohärente Leben des mentalen Gruppenkörpers darstellt. Diese beiden [1101] Gruppen beziehen sich auf das Nichtselbst, den dritten Aspekt der monadischen Manifestation.

3. Die Energien des Sonnenengels oder Vaters, der das der Manifestation in den drei Welten zugrunde liegende, koordinierende Prinzip ist.

4. Die Energien der intelligenten Lebewesen, die den egoischen Körper bilden. Diese Lebewesen entstammen einer Quelle, die ausserhalb des Systems liegt. Diese beiden Gruppen (3 und 4) betreffen das egoische Prinzip, das mittlere Prinzip, welches das Obere mit dem Unteren verbindet und der zweite Aspekt der monadischen Manifestation ist.

5. Die vom «Juwel im Lotos» selbst, dem Energie-Brennpunkt in der Oberen Triade, ausgehende Energie. Sie bezieht sich auf das Selbst, den höchsten Aspekt monadischer Manifestation.

Durch die gegenseitige Einwirkung dieser fünf Arten von Energie entsteht (mit Hilfe der Mentaleinheit) die sogenannte Mentalhülle. Diese Hülle ist im Grunde nichts anderes als die Gesamtheit der Atome innerhalb eines bestimmten Gebietes, mit dem der Denker sich beschäftigt, d.h. also der Atome, die er in seinem Grenzring magnetisch festhält und die ihm je nach seiner Evolutionsstufe als mentales Ausdrucksmittel dienen. Später wird man erkennen, dass die gleiche Definition für alle atomaren Hüllen gültig ist; und die Schüler der okkulten Wissenschaften werden es sich schliesslich einmal zur Aufgabe machen, das Wesen der Lebewesen zu erforschen, welche diese Hüllen als Form benutzen, und die Qualitäten der diese Wesen beeinflussenden Energien sowie das Wesensmerkmal und die Kraft der ihnen zugrunde liegenden Prinzipien zu ergründen. Auf diese Weise werden sie ausserordentlich wertvolle Tatsachen über die im menschlichen Naturreich wirkenden Energien feststellen.

Um die Grundidee dieser Abhandlung im Rahmen ihrer verschiedenen Unterabschnitte in entsprechender Weise zum Ausdruck zu bringen, möchte ich an dieser Stelle auf die vier Punkte verweisen, die wir im Teil I, Abschnitt E, in bezug auf «Bewegung auf [1102] der physischen und der astralen Ebene» besprachen. Wie wir feststellten, ergaben sich insgesamt vier Wirkungen dieser Bewegung, nämlich:

Trennung,

Schwungkraft,

Reibung,

Absorption.

Trennung. Diese Trennung entsteht durch die uranfängliche Aktivität des Egos, das aus eigenem Antrieb heraus diese Energien zusammenbringt und dadurch die erste von jenen Formen erzeugt, die es während des Inkarnationszyklus zu benutzen wünscht. Zum Zweck der Entwicklung identifiziert es sich mit dieser Form und trennt sich also zeitweilig von seinem eigenen wahren Selbst. Durch den Schleier der mentalen Materie lernt das Ego zum ersten Male Trennung kennen und macht seine ersten Erfahrungen in den drei Welten. Damit haben wir Trennung vom höchsten Aspekt aus betrachtet. Vom Standpunkt der Persönlichkeit aus lässt sich ebenfalls Trennung beobachten, denn die Tätigkeit der monadischen Hülle erschafft aus eigenem Willen heraus eine Betätigungssphäre, die ihrem Wesen nach verschieden ist und eigenen Gesetzen gehorcht; diese führt so lange ihr eigenes, von den beiden niederen astralen und physischen Hüllen gesondertes Dasein, bis im Lauf der Evolution ein gewisses Mass an Gleichschaltung erreicht ist. Somit lässt sich wahrlich sagen, dass «das Denken das Wirkliche ertötet» [*C16]; im einen Fall dient es als der «grosse Betrüger», im anderen als der «grosse Absonderer». Es tritt zwischen das zentralisierte egoische Leben und die Daseinssphasen der Persönlichkeit.

Dieses getrennte Dasein wird immer stärker in dem Mass, in dem die spiralförmigkreisende Tätigkeit des Mentalkörpers zunimmt und die «individualisierte» Idee von Tag zu Tag vorherrschender [1103] wird. Das «Ahamkara» Prinzip [*C17], wie die Geheimlehre es nennt, setzt sich durch, der Mensch stellt sich ganz in den Mittelpunkt und wird im niederen Sinn des Wortes selbstbewusst. Späterhin, wenn höhere Energien sich bemerkbar machen und sich das Bemühen zeigt, die drei Arten von Kraftmanifestationen in den drei Welten durch die drei Träger zum Ausdruck zu bringen, erkennt das Ego die Täuschung und macht sich schliesslich davon frei. Wenn dieser Vorgang während der Endstadien der Evolution seinen Höhepunkt erreicht, wird der Mentalkörper zum Übermittler von Kraftströmungen, die vom egoischen Denkvermögen ausgehen; dann kommt es zum Bau der Antahkarana zwischen dem höheren Denkvermögen und der Mentalhülle und der «übermittelnde Denkkörper» verschmilzt sich mit dem «widerspiegelnden Astralkörper». Dadurch wird die Trennung überwunden.

Daraus geht also hervor, dass das Ziel des Mentalkörpers lediglich darin besteht, sich zum Übermittler der Gedanken und Wünsche des Sonnenengels, und zum tätigen Werkzeug der Triade zu entwickeln. Das Ziel des Astralkörpers liegt darin, in ähnlicher Weise zu einem rückstrahlenden Spiegel buddhischer Impulse zu werden, welche den Astralkörper auf dem Weg über bestimmte Blätter im egoischen Lotos und das permanente Astralatom erreichen. Der Ausgleich der Kräfte innerhalb der Persönlichkeit (der zu Stabilisierung und Gleichschaltung führt) erfolgt dadurch, dass die elektrischen Reaktionen der drei Hüllen in wissenschaftlich korrekter Weise zum Ausdruck gebracht werden.

Die Mentalhülle gilt im Sinn der Gesamtheit ihrer Kraft als positiv. Die physischen Körper betrachtet man im Verhältnis zum Mentalkörper als negativ. Der Astralträger ist der Punkt der Einswerdung der Energien; er ist das Kampfgelände, auf dem die Dualitäten sich einander anpassen und das Gleichgewicht erreicht wird. Diesen Gedanken hat man im Sinn, wenn man von einem «kama-manasischen Körper» spricht, denn dieser Körper dient dem Pilger während zwei Drittel seiner Reise zu einem doppelten Zweck. Erst im späteren Stadium unterscheidet ein Mensch zwischen Willen und Wunsch, und zwischen seinem mentalen und seinem astralen Körper.

Schwungkraft: Die [1104] Tätigkeit der Mentalhülle und ihre allmählich wachsende Schwingungsfrequenz wird durch das Einströmen von Energien verschiedener Art verursacht. In dem Mass, in dem diese verschiedenen Faktoren auf die Mentalhülle einwirken, bringen sie die Rotationsbewegung der einzelnen Atome zu erhöhter Wirksamkeit und Geschwindigkeit und beschleunigen auch den Fortschritt der gesamten Hülle. Das bedeutet, dass die Atome mit niedriger Schwingung schneller aus der Hülle ausgeschieden und durch Atome höherer Qualität ersetzt werden.

Ausserdem kommt es dadurch zu einem beschleunigten Übergang der verschiedenen Energien von einer Sphäre zur anderen, d.h., dass die spiralförmige Bewegung zunimmt. Dies ist einer der Faktoren, der zu schnellerer Inkarnation und zu beschleunigter Assimilierung der gemachten Erfahrungen führt. So merkwürdig das auch dem Durchschnittsdenker erscheinen mag, verursacht dieser Faktor aber auch längere Aufenthaltsperioden im Devachan. Es sind Zyklen intensiver mentaler Anpassung und Kraftansammlung, bis (gegen Ende des Inkarnationszyklus) die erzeugte Aktivität so stark geworden ist, dass Kontinuität des Bewusstseins zur vollendeten Tatsache wird. Dann übergeht der Mensch häufig den Aufenthalt im Devachan, weil er ihn nicht länger braucht. Weitere Folgen zeigen sich in der vierdimensionalen Betätigung der einzelnen «Räder», die nicht nur rotieren, sondern auch «sich um sich selbst zu drehen» beginnen sowie in der Belebung der vier Spirillae in der Mentaleinheit. Einige Energien, die erhöhte Schwungkraft in der Mentalhülle hervorrufen, könnten im einzelnen aufgezählt werden; und wenn der Leser sie betrachtet, wird er sich erneut darüber klar werden, wie verwickelt die menschliche Entfaltung in Wirklichkeit ist. Diese Energien sind:

1. Der wachsende unmittelbare Einfluss des Sonnenengels. Dieser Einfluss macht sich in vier Stadien bemerkbar, und zwar in dem Mass:
    wie sich die drei Reihen von Lotosblättern entfalten,
    wie das «innere Juwel» immer mächtiger ausstrahlt. [1105]

2. Die von der physischen Persönlichkeit ausgehende Reflexbewegung, oder die im Lauf der Zeit vom physischen Gehirn aus durchgesandten Gedankenströme.

3. Die Aktivitäten des Astralkörpers.

4. Die Gedankenströme oder Energie-Einheiten, welche durch Identifizierung mit nationalen, Familien-, Rassen und egoischen Gruppen eingeleitet werden.

5. Die Strömungen, die auf die Mentalkörper aller menschlichen Wesen einwirken, wenn verschiedene Strahlen zur Inkarnation kommen oder daraus verschwinden.

6. Die Kräfte und Energien, die während der verschiedenen Zyklen entweder aktiv oder latent werden.

7. Der Kräfteaustausch zwischen Planeten, oder zwischen Systemen und Konstellationen, wofür die Wirkung von Venus-Energie auf unseren Planeten als Beispiel gelten mag,

und viele andere Faktoren, die zu zahlreich sind, als dass man sie erwähnen könnte. All diese Energien üben ihre Wirkungen aus und dienen entweder zur Beschleunigung oder in gewissen Fällen zur Verzögerung des Evolutionsvorganges.

In diesem Zusammenhang muss sich der Leser darüber klar sein, dass alle egoischen Gruppen dem Gesetz des Karmas unterstehen, aber nur insofern es den Himmlischen Menschen betrifft und nicht in dem Sinn, wie dieses Gesetz in den drei Welten zum Ausdruck kommt. Dieses karmische Gesetz, welches der vorherrschende Impuls seiner einzelnen Zentren ist, wird in eigenartiger Weise zum Ausdruck kommen; und die Gruppen menschlicher Monaden, welche diese Zentren bilden, werden nacheinander ihre eigenen «Aktivitäts»-probleme haben, weil jede Gruppe in der ihr eigenen Weise durch die Spiralwindungen der betreffenden Daseinsrunde hindurchgeht und dabei Qualitäten aufweist und Bewegungen durchmacht, die sich von denen ihrer Brüder unterscheiden. So weisen z.B. die Monaden, welche die Gesamtsumme des Zentrums der schöpferischen Kraft des Himmlischen Menschens ausmachen, [1106] aufgrund von Zurückziehung von Energie, und nicht aus grundsätzlicher Trägheit, gewisse Qualitäten auf, die auf der physischen Ebene in Gestalt von heftiger Reaktion gegen gewisse «Naturgesetze» zum Ausdruck kommen; und während der Zeit des Überganges vom niedrigsten Zentrum zum Kehlzentrum des Himmlischen Menschen bringen sie derart aufrührerische Qualitäten zutage, dass sie ihren Brüdern dadurch zum Rätsel werden.

Wir kommen nun zur Besprechung der Tätigkeit der mentalen Hülle, die als «Reibung», und derjenigen, die im Sinn von Absorption zum Ausdruck kommt. Beide betreffen, wie erinnerlich, die Bewegung der mentalen Hülle als Ganzes. Das Resultat dieser Aktivität ist eine spiralförmigkreisende, progressive Bewegung.

Reibungstätigkeit. Wie aus der Bezeichnung hervorgeht, handelt es sich hierbei um den «Reibungsfeuer»-Aspekt der Substanz, also um den niedrigsten Aspekt der Energie der Mentalhülle. Die Lebenskraft innerhalb der Hülle manifestiert sich durch Anziehung und Abstossung der individuellen Atome, und dieses stetige und unaufhörliche Wechselspiel erzeugt die «okkulte Hitze» des Körpers und dessen erhöhte Ausstrahlung. Sie ist auch einer der Faktoren, die den allmählichen Einbau von neuen Substanz-Atomen (von jeweils besserer und angemessenerer Qualität), und gleichzeitig die Abstossung anderer Atome bewirkt, die nicht länger als Mittel zu intelligentem Ausdruck hinreichen.

Die Mentaleinheit ist die Synthese der vier Arten von Kraft, mit denen wir uns befassen, und der vier Ausdrucksarten dieser Kraft, die wir zu betrachten im Begriff stehen.

Jede der Gruppen von Lebewesen, welche die lebendige Essenz der vier Unterebenen sind, bringen diese vier Qualitäten in höherem oder geringerem Mass zum Ausdruck; sie kommen in einer der Spirillae der Mentaleinheit zum Brennpunkt und beeinflussen auf diese Weise:

a. die Hülle selbst,

b. den Menschen auf der physischen Ebene,

c. einen Teil des Kopfzentrums.

Hier liesse sich erwähnen, dass die Gruppen von einigen okkulten Lehrern mit bestimmten Namen bezeichnet werden, welche die Art von Betätigung andeuten, die ihre Hauptfunktion ausmacht. [1107] Die «Leben» auf der vierten Unterebene (auf der die Mentaleinheit ihren Platz hat) werden die «Aufsauger des Oberen und des Unteren» oder die «übermittelnden Antlitze der vierten Ordnung» genannt. Im ersten Stadium des Inkarnationsvorganges empfangen und absorbieren sie Energie vom Ego, und am Ende der Manifestationsperiode absorbieren sie die Energien der Persönlichkeit. Ihre Funktion entspricht demnach sozusagen der des ersten Aspekts. Wenn man bedenkt, dass der kosmische Vorgang sich auf jeder einzelnen Ebene wiederholt, und dass das Ego innerhalb der drei Welten das Unmanifestierte darstellt, dann wird man verstehen, dass sie die ursprünglichen Absonderer und am Ende die «Zerstörer» sind.

Die Lebewesen der nächsten Ebene (welche die zweite Spirillae der Mentaleinheit benutzen) heissen die «vermittelnden Punkte zyklischer Schwungkraft». Sie gewinnen an Schwungkraft durch Anziehung und Abstossung und sind im Mentalkörper die Vertreter einer zweifachen Kraft, denn nur durch das Zusammentreffen und die Trennung von Atomen, seien sie gross oder klein, makrokosmisch oder mikrokosmisch, wird irgend eine Manifestation möglich.

Auf der Unterebene, die von Lebewesen gebildet wird, welche durch die dritte Spirillae fungieren, findet man die «Punkte der Reibungstätigkeit» oder die «Hitze-Erzeuger»; und die drei zusammen - die Aufsauger, die Punkte der Schwungkraft und die Hitze-Erzeuger - lassen ihre vereinten Kräfte durch die «abgesonderten Lebewesen» hindurchströmen, welche die eigentliche Trennungswand zwischen der Mentalhülle und dem nächsten Körper bilden. Dies ist ihnen aber erst dann möglich, wenn ihr Wirken einheitlich und gemeinsam erfolgt ist. Der Leser darf nicht vergessen, dass die Einzelleben der Ausdruck eines grösseren Lebens sind, dass aber trotzdem die eine oder andere Spirillae das Ausdrucksmittel für Lebewesen darstellt, die besondere Qualitäten zum Ausdruck bringen. Damit kommen wir zur besonderen Betrachtung der vierten Wirkung der Bewegung, innerhalb der Mentalhülle, die sich im gesamten Träger bemerkbar macht.

Absorption. Dabei [1108] handelt es sich um die Fähigkeit, welche die Formen des mentalen Grenzrings erzeugt und (am Ende des Zyklus) das der Devachan-Manifestation zugrunde liegende, aktive Prinzip darstellt. Wenn der Leser den makrokosmischen Vorgang verfolgt, kann er sich auch einen Begriff machen von der Absonderung des Mentalkörpers und von dessen individueller Funktion. Hierbei sprechen wir vom Vorgang der «himmlischen Zurückziehung»; nach dem Gesetz der Analogie ist es aber nicht leicht, die einzelnen Schritte und Stadien zu verfolgen, und zwar aus folgenden Gründen:

In ihrer Eigenschaft als kosmisch-physische Unterebenen bilden alle unsere Ebenen den physischen Körper des Logos. Bei seiner endgültigen Zurückziehung von der Manifestation fungiert er in seinem kosmischen Astralkörper, und das kosmische Devachan liegt für ihn noch in weiter, uns unbegreiflicher Ferne. Das einzige, was wir einigermassen besprechen können, sind gewisse Anhaltspunkte in bezug auf die «Ruhepause im Himmel», die der Mensch durchmacht.

Die Absorption ins Devachan bedeutet eine Zurückziehung in ein bestimmtes Bewusstseinsstadium innerhalb des logoisch-physischen Körpers. Devachan ist demnach im okkulten Sinn ein Bewusstseinszustand, in welchem das Bewusstsein aber immer noch in den Begriffen von Zeit und Raum in den drei Welten denkt. Dieser Zustand bildet daher für die Bewusstseins-Einheit keine örtliche Begrenzung, lässt sich aber vom Standpunkt des Himmlischen Menschen aus örtlich bestimmen. Prakriti (Materie) und Bewusstsein sind - im Zustand der Manifestation - von einander untrennbar.

Das in okkulten Büchern erwähnte «Devachan» hängt mit dem Bewusstsein des logoisch-planetarischen Körpers und mit der gasförmigen Unterebene der kosmisch-physischen Ebene zusammen. Der Mensch überschreitet diesen Zustand also in dem Augenblick, wenn er in den kosmischen Äthern zu fungieren beginnt, wie z.B. im vierten kosmischen Äther, der buddhischen Ebene. Das Devachan steht in enger Verbindung mit karmischen Kräften, denn solange der Mensch sich dort aufhält, beschäftigt er sich mit der ganzen Masse der von ihm erbauten Gedankenformen, die ihrem Wesen nach von okkulter, mentaler und dauerhafter Art sind.

Im Devachan [1109] gestaltet und poliert der Mensch die Steine, die in den salomonischen Tempel eingebaut werden. Es ist die Werkstatt, in welche die einzelnen Steine (gute Taten und Gedanken) zur Bearbeitung gebracht werden, nachdem sie aus dem Steinbruch des persönlichen Lebens herausgeholt wurden.

Da das Devachan aus mentaler Materie besteht, könnte man es als einen Mittelpunkt oder ein Herz des Friedens innerhalb des Einflussbereichs der Mentaleinheit bezeichnen. Die vier Spirillae bilden vier schützende Kraftströme. Ein entsprechendes Gegenstück zu diesem Kraftstrom lässt sich in den vier Flüssen erkennen, die vom Paradies ausflossen. Aus dem Garten des Paradieses wird der Mensch in die Welt der physischen Inkarnation hinausgetrieben, und der Engel mit dem flammenden Schwerte bewacht den Eingang und verwehrt ihm den Zugang solange, bis er in seiner Evolution so weit fortgeschritten ist, dass er sich dem Eingang mit einer Last von Steinen nähern kann, die der Wirkung des Feuers widerstehen können. Wenn er diese Steine dem Feuer überliefert und sie die Prüfung bestehen, dann darf er wieder in den «Himmel» eintreten, obwohl die Dauer seines Aufenthalts durch die Art und Qualität des Mitgebrachten begrenzt wird.

Wenn das Bewusstsein im Devachan alle Essenzen der Lebenserfahrung absorbiert hat, dann kann auch dieser Ort (oder Aspekt der Materie) ihn nicht länger fesseln; er macht sich von dieser Begrenzung frei und geht in den Kausalkörper über.

2. Bewegung im Kausalkörper.

Im vorhergehenden Abschnitt haben wir uns bis zu einem gewissen Grad mit der vierfachen Tätigkeit innerhalb der Mentalhülle befasst und wenn darüber nicht viel zu sagen war, so liegt das daran, dass die Mentalhülle den Gesetzen des materiellen Aspekts gehorcht und den gleichen Regeln unterworfen ist, wie die materiellen Träger aller Daseinsformen. Es handelt sich dabei nur um einen feineren Grad von Materie. Der Leser kann daher alles, was früher über den astralen und den physischen Körper gesagt wurde, auch auf den Mentalkörper anwenden; und damit erübrigt es sich, auf [1110] nähere Einzelheiten einzugehen. Der Kausalkörper unterscheidet sich vom Brahma-Aspekt dadurch, dass er das Leben des zweiten Aspekts in grösserer Fülle zum Ausdruck bringt, denn dessen Eigenschaften sind überwiegend die des zweiten Aspekts. Um das Wesen der Bewegung im Kausalkörper zu erforschen, muss man klar denken und das Wesen dieses Körpers richtig einschätzen können.

Wir müssen uns darüber klar sein, dass wir es beim Kausalkörper mit dem eigentlichen Manifestationsträger eines Sonnenengels zu tun haben, der diesen Körper beseelt, ihn aufbaut, vervollkommnet und vergrössert, und damit in winzigem Massstab das Werk des Logos auf dessen eigener Ebene widerspiegelt.

Jeder Teil des Kausalkörpers wird von einer besonderen Kraftart belebt, die vom einen oder anderen grossen Zentrum ausgeht, und es dürfte sich also lohnen, die Bestandteile dieses «Tempels der Seele» zu betrachten und festzustellen, was ihn zur Tätigkeit bewegt und welche Kräfte sich in ihm und durch ihn auswirken. Wir wollen sie einzeln vornehmen und mit der äusseren Reihe von Lotosblättern beginnen.

Die Wissensblätter. Diese Blätter stellen den niedrigsten Aspekt der Triade dar und sind für die niedrigsten Formen von egoischer Kraft empfänglich. Es gibt drei solche Blätter und sie stehen unter dem Einfluss von gewissen Tätigkeitsströmen.

a. Ein Energiestrom geht von der niederen Triade der permanenten Atome aus, besonders vom physischen permanenten Atom, und er erreicht den Kausalkörper auf dem Weg über die drei sogenannten Wissensblätter. Der im niederen Selbst erzeugte Kraftstrom kreist in drei Zweigströmen (die den dreifachen Pfad zu Gott im niederen Selbst widerspiegeln) um das atomare Dreieck am unteren Teil des egoischen Lotos [1111] herum. Wenn er genügend Stärke und Reinheit aufweist, beeinflusst er die äussere Blätterreihe. Das macht sich während der dritten Evolutionsperiode des Menschen bemerkbar, wenn er eine Einheit oder ein Atom von durchschnittlicher Intelligenz darstellt. Wenn diese Energie mit dem inhärenten Leben der atomaren Wesen verschmilzt, welche die Blätter bilden, dann erzeugt sie mit der Zeit jene innige Fusion von Seele und Körper, die eine lebendige Seele ausmacht.

b. Ein zweiter Energiestrom geht mit der Zeit von der zweiten Blätterreihe aus, sobald diese wirksam tätig ist. Diese zweite Blätterreihe ist in besonderer Weise vom Leben und von der Qualität des manifestierten Manasaputras erfüllt. Sie gibt uns in jedem egoischen Lotos einen Hinweis auf das Wesen des Sonnenengels, so, wie die äussere Reihe - der inneren Vision eines Adepten - über die Evolutionsstufe der Persönlichkeit Aufschluss gibt. Wenn er den egoischen Lotos ansieht, erkennt ein Seher das Wesen:

des persönlichen Selbstes am Zustand des atomaren Dreiecks und der äusseren Blätterreihe;

des Höheren Selbstes an der Farbe und Anordnung der mittleren Blätterreihe. In dieser Reihe erkennt er die «Familie»

des Sonnenengels an der Anordnung der atomaren Lebewesen, welche die Blätter bilden, und an der Art, wie die Kraftströme in diesen Blättern zirkulieren.

der Monade an der inneren Blätterreihe; das Stadium ihres niederen Gewahrseins lässt sich in ähnlicher Weise ermitteln.

Die Zahl des Strahls wird an der Qualität des «Lichts» des verborgenen Juwels erkannt.

In all diesen Blättern kommen Gruppen von solaren und anderweitigen Lebewesen zum Ausdruck, und von ihnen ausgehende Energieströme finden in den Blättern ihren Brennpunkt. Das ist für denjenigen, der den Schlüssel hat, klar erkennbar. Es ist eine merkwürdige Tatsache, dass die Kraftströme, welche die Blätter bilden und sich ständig im Fluss [1112] befinden, innerhalb der Peripherie des egoischen Rades offenbar symbolische Kennzeichen entwickeln und sich auf diese Weise durch ihre Tätigkeit zu erkennen geben.

c. Eine dritte Art von Energie macht sich gegen Ende der Evolution durch den inneren Blätterring bemerkbar und beruht auf einem Zustrom von monadischer Kraft oder Atma.

d. Wenn also die Blätter schliesslich entfaltet sind, dann übermitteln sie Lebensenergie aus drei Quellen:

1. Das niedere Selbst                          Lunar Pitri                         Wissensblätter.

2. Ego                                                     Sonnenengel                    Liebesblätter.

3. Monade                                             Vater im Himmel             Opferblätter.

Dann kann sich eine noch höhere Form von Energie fühlbar machen, nämlich die Energie des Zentrums im Körper des Himmlischen Menschen oder des planetarischen Logos, welche das «Juwel im Lotos» als Brennpunkt benutzt.

In dieser Zusammenstellung haben wir die Hauptarten von Energie erwähnt, die im egoischen oder Kausalkörper zum Ausdruck kommen. Es gibt aber auch noch andere Einflüsse, die in bezug auf die äussere Blätterreihe in Betracht kommen.

e. Dazu gehört die Energie, die den Wissensblättern direkt vom permanenten Manas-Atom zugeht. Die permanenten Atome der Geistigen Triade sowie die um sie herum erbauten Körper bringen gewisse Gruppen von Devaleben zum Ausdruck, die wir bislang nur wenig beachtet haben. Sie sind nicht die lunaren Pitris im gewöhnlichen Sinn des Wortes, sondern stehen in direkter Verbindung mit dem sogenannten «kosmischen Monde» oder jenem sterbenden Sonnensystem, welches zu unserem System in gleichem Verhältnis steht wie der Mond [1113] zur Erdkette. Dieser «kosmische Mond» übermittelt seine Energie auf dem Weg über den Planeten Saturn an die atomare Unterebene der Mentalebene. Sie ist eine dreifache Energie und es besteht ein esoterischer Zusammenhang zwischen ihr und den Saturn-Ringen.

Diese Wahrheit in bezug auf eine interessante Gruppe von Manas-Söhnen drückt der alte Kommentar in folgenden Worten aus:

«Diese Söhne des Denkens klammerten sich an die alte und sterbende Form und weigerten sich, ihre Mutter zu verlassen. Sie zogen es vor, mit ihr in Auflösung überzugehen, aber ein jüngerer Sohn (Saturn) suchte seine Brüder zu erretten und erbaute zu diesem Zweck eine dreifache Brücke zwischen dem Alten und dem Neuen. Diese Brücke besteht immer noch und bildet einen Pfad, auf dem ein Entweichen möglich ist.

Einige entkamen und eilten den sich inkarnierenden Söhnen des Denkens zu Hilfe, welche die Mutter zugunsten des Vaters verlassen hatten. Der grössere Abgrund wurde überbrückt. Der kleinere Abgrund bleibt bestehen und muss von den lebendigen Söhnen des Denkens selbst überbrückt werden.»

(Dieser letzte Satz bezieht sich auf den Bau der Antahkarana).

Die vom permanenten Manas-Atom jedes inkarnierenden Jivas übermittelte Energie, deren Vereinigung mit ihrem Spiegelbilde, der Energie der Mentaleinheit, und der dadurch erzeugte dreifache Kraftstrom auf der Mentalebene, haben ein entsprechendes planetarisches Abbild in dem Verhältnis zwischen Saturn und einem anderen planetarischen Grundplan und in den drei Ringen, welche Energieträger sind und eine innere Wahrheit symbolisch zum Ausdruck bringen.

f. Energie strömt den Wissensblättern auch von der egoischen Gruppe aus zu, d.h. von den gesamten Wissensblättern aller anderen Lotosblumen der Gruppe, die mit irgendeinem besonderen Sonnenengel verbunden ist. Diese Gruppen wurden bereits früher erwähnt.

g. Energie wird den Wissensblättern ausserdem durch Gruppen und Emanationen von jenen planetarischen Grundplänen und Kraftströmen übermittelt, welche den äusseren Blätterring in jenem grossen Zentrum bilden, das unser Sonnensystem ist und das, wie verlautet, von den höheren Ebenen aus als ein [1114] zwölfblättriger Lotos erkennbar ist. Diese Ströme emanieren nicht von den sieben heiligen Planeten, sondern von anderen planetarischen Körpern innerhalb des solaren Grenzrings. Von den heiligen Planeten ausgehende Kraftströme beeinflussen die mittlere Blätterreihe. Darin liegt ein Wink für den klugen Schüler und ein Hinweis auf das Wesen des niederen Aspekts des Sonnenengels.

Die Liebe-Weisheits-Blätter. Die Energieströme, die auf diesen zweiten Blätterring einwirken und durch ihn zum Ausdruck kommen, sind den bereits erwähnten sehr ähnlich, entstammen aber anderen Gruppen von (lunaren und solaren) Lebewesen.

a. Die niedrigste Energieform, welche diesen Kreis erreicht, kommt vom niederen Selbst her, und zwar auf dem Weg über das permanente Astralatom und das zweite Blatt des äusseren Rings. Es ist umgewandelte, astrale Energie; sie ist mächtiger als ihr entsprechendes Gegenstück im ersten Ring. Das beruht auf dem naturgegebenen Wesen des Astralkörpers und auf der Tatsache, dass sie von der Energie der äusseren Reihe noch verstärkt wird. Dies ist einer der Faktoren, der gegen Ende der Evolutionsperiode einen beschleunigten Fortschritt hervorbringt. In der Evolution der Monade gibt es bestimmte Energieströme, die für sie sozusagen die Linie des geringsten Widerstands darstellen; im einzelnen handelt es sich dabei, von unten angefangen, um:

a. Emanationen, die vom Pflanzenreich ausgehen,

b. astrale Energie,

c die Energie des zweiten Blätterkreises,

d. buddhische Kraft,

e. die Aktivität des zweiten (planetarischen oder solaren) Logos.

Das gilt natürlich nur für unser Sonnensystem, das System der erneuernden Liebe.

b. Eine weitere Art von beeinflussender Energie hat ihren Ursprung im inneren Blätterkreise, welcher für die Monade (als Atma betrachtet) den Brennpunkt der Kraft bildet. Hierzu [1115] ist zu sagen, dass die Kraftströme, welche die «Willensblätter» bilden, eine dynamische Aktivität verursachen und (wenn sie sich erst einmal in Aktion befinden) eine sehr rasche Entfaltung hervorbringen. Es ist die innere der beiden Kraftarten; ihr gegenseitiges Einwirken verschafft den nötigen Antrieb und führt dazu, dass sich die Knospe öffnet und das Juwel enthüllt.

Die anderen Arten von Energie entsprechen den bereits erwähnten; aber eine davon möchte ich besonders hervorheben, nämlich diejenige, welche den zweiten, d.h. den Liebesblätterkreis auf dem Weg über das buddhische permanente Atom erreicht. Die auf diese Weise erzeugte Energie ist deshalb besonders beachtenswert weil sie die grundlegende Energie aller Manifestation und die Gesamtsumme der Kräfte darstellt, die das siebenfältige Herz der physischen Sonne bilden und in ihrem schützenden Licht geborgen sind. Diese Kräfte übermitteln ihrerseits die vom Herzen der zentralen, Geistigen Sonne ausgehenden Lebens-Impuls, so dass wir es mit einer direkten, abgestuften Kette von vermittelnden Energien zu tun haben.

a. Das Herz der zentralen Geistigen Sonne.

b. Das siebenfältige Herz der physischen Sonne.

c. Die buddhischen Devas
    an
d. den mittleren Blätterkreis.

e. Das permanente Astralatom.

f. Das Herzzentrum im Kopf.

g. Das Herzzentrum.

Diese buddhische Energie ist die Gesamtsumme der Lebenskraft Vishnus, des Sohnes, welcher der Vermittler und Vertreter einer noch grösseren kosmischen Gottheit ist.

All dies beweist die Einheit der winzigsten Lebenszelle mit dem einen grossen, in der Form zum Ausdruck kommenden Leben, und es zeigt die integrale Schönheit des Planes. Das Leben des grössten kosmischen Herrn der Liebe pulsiert im allerkleinsten Ausmass im Herzen [1116] seines winzigsten Spiegelbildes, und aus diesem Grund kann das Atom «Mensch» ebenfalls sagen: «Auch ich bin Gott, sein Leben ist das meinige.»

Die Opferblätter. Die durch diese Blätter fliessenden Energien und Kräfte, die im inneren Kreis der Lotosblätter, in den Opferblättern eine Aktivität hervorbringen, ähneln ihrem Wesen nach ebenfalls den bereits erwähnten; aber dazu kommt in ihrem Fall noch eine bestimmte Kraftanstrengung, die sich nach zwei Richtungen auswirkt.

Der eine stimulierende Einfluss kommt vom Willens-Aspekt der Monade, wird also vom ersten Aspekt des planetarischen Logos aus übermittelt, und der andere von der «Heiligen Knospe, die das Juwel verschleiert.» Dies ist eine besonders starke Schwingung, denn wenn der innere Kreis sich entfaltet hat, wird das Juwel sichtbar, und die drei «Schleier» oder «heiligen Blätter» öffnen sich nacheinander in dem Mass, in dem sich die drei Ringe entfalten.

Daraus lässt sich ersehen, wie zahlreiche Energievermittler für die okkulte «Bewegung» des egoischen Lotos verantwortlich sind.

Da ist das innewohnende Leben der atomaren Einheiten, aus denen jedes einzelne Blatt zusammengesetzt ist sowie das zirkulierende Leben des Blattes selbst, wenn man es als eine individuelle Einheit betrachtet. Dazu kommt das Leben des aus drei Blättern bestehenden Kreises und obendrein die vereinte Aktivität der äusseren drei Kreise oder, mit anderen Worten, die Verschmelzung zwischen den vom persönlichen Selbst absorbierten Wissenskräften, den die natürlichen Energien des Sonnenengels darstellenden Liebeskräften, und den von der Monade her einströmenden Opferkräften. Damit stehen wir vor einer wunderbaren Ansammlung von Energieströmen, von denen jeder einzelne bestimmte innere und noch grössere (d.h. kosmische) Energien vertritt.

Schliesslich gehört dazu die dynamische Kraft des «Juwels» im Herzen, das seinerseits den Brennpunkt für das Leben des planetarischen Logos, und durch ihn für das Leben aller anderen Logoi bildet.

Die im inkarnierenden Jiva latenten Entwicklungsmöglichkeiten sind also unermesslich, und er kann Gott gleich werden, sofern er sich dem [1117] Evolutionsvorgang unterwirft und «es nicht unterlässt, sich auf dem Rad ausstrecken zu lassen.» Die Ausdehnungen des Bewusstseins, die einem individuellen Punkt geistigen Lebens Zugang zu den Ratskammern und der Weisheit der Gottheit verschaffen sollen, sind demnach kein leeres Versprechen, sondern sie sind schon verbürgt gerade durch die Konstitution des benutzten Trägers und durch den Platz, den der «sich entwickelnde Punkt» (wie das Ego gelegentlich genannt wird) im Gesamtplan einnimmt. Nichts in Zeit und Raum kann das verhindern, denn jede Form. die ja nur Ausdruck eines energieerfüllten Lebens ist, hat das Bestreben, jeder anderen zu dienen. Stimulierung irgendwelcher Art, die Tendenz zu erhöhter Schwingung durch Kontakt mit anderen Energieströmen, die beschleunigte Aktivität jedes einzelnen zentralisierten Punktes, der mit anderen Kräften in Berührung kommt und dabei im Wechselspiel dieser Kräfte zur allgemeinen Erhöhung der Schwingungsfrequenz beiträgt, - all das bringt das gesamte System am Ende zu seiner Vollendung und zur Enthüllung der «Herrlichkeit, die eines Tages offenbaret werden soll.» [*C18] All diese Kräfte bilden in ihrer Gesamtheit das sogenannte «fohatische Leben». In dem Mass, in dem das System oder der Körper des Logos durch die in all seinen Teilen waltende Energie vorwärts gebracht wird, wird auch jedes kleinste Teilchen in beschleunigtem Tempo seinem eigenen Ziel individueller Verherrlichung näher geführt. Die Vielen, die das All bilden, und die Einheiten, die den Einen ausmachen, lassen sich nach erreichter Vollendung nicht voneinander trennen. Sie sind ineinander aufgegangen und verlieren sich im «beseligenden Licht», wie man es gelegentlich nennt. Wir können dann den Begriff noch etwas weiter ausdehnen und uns das gleichzeitig stattfindende kosmische Wechselspiel der Kräfte vorstellen. Wir können uns ein Bild machen von der kosmischen Stimulierung und Energiesteigerung, in deren Verlauf anstelle von Planeten oder menschlichen Atomen ganze Konstellationen die Einheiten des Ganzen bilden. Dabei spielen ganze Sonnen zusammen mit ungeheuren, ihnen verwandten Systemen die Rolle von Atomen. So gewinnt man vielleicht eine Vorstellung von dem gemeinsamen Plan und Zweck, welcher der Drehung des grossen Rades des kosmischen Himmels zugrunde liegt, und von der Erreichung der Lebensziele jener [1118] unermesslichen Existenzen, die in der kosmischen Hierarchie eine ähnliche Stellung einnehmen, wie der «EINE, ÜBER DEN SICH NICHTS SAGEN LÄSST».

Es ist nicht möglich, dem Leser auch nur annähernd die Schönheit des egoischen Lotos zu beschreiben, wenn dieser zur vollen Entfaltung gelangt ist. Damit meine ich nicht nur seine strahlende Farbe, sondern das Aufleuchten der Feuer und das lebhafte Schillern der rastlos fliessenden Ströme und Einzelpunkte von Energie. Jedes Lotosblatt pulsiert mit bebenden «Feuerpunkten», und jeder Blätterring vibriert mit Leben, während im Zentrum das Juwel glüht und von dort aus bis zu den äussersten Grenzen des Kreises Energieströme aussendet.

Die Feuer lebendiger Energie kreisen um jedes einzelne Blatt herum, und die Art, wie die Feuer sich ineinander verflechten und kreisen ist (wie man sich leicht denken kann) ihrem Wesen nach eine siebenfältige, entsprechend dem siebenfältigen Wesen des betreffenden Logos. Im Lauf der Evolution wird jeder Blätterkreis ebenfalls aktiv und dreht sich um das innere Juwel, so dass also nicht allein die Blätter wirksam tätig sind, nicht allein die lebendigen Punkte oder Devaleben innerhalb des Umkreises der Blätter, sondern auch jede Blätterreihe des dreifältigen Lotos an sich. Auf einer bestimmten Evolutionsstufe, noch ehe sich die innere, verschleiernde Knospe öffnet, fangen die drei Blätterringe als Ganzes zu kreisen an, so dass sich der gesamte Lotos zu bewegen scheint. Am Ende öffnet sich der innere Blätterkreis, enthüllt das Verborgene und dreht sich um das Juwel, aber in umgekehrter Richtung wie der schnell kreisende, äussere Lotos. Der Grund dafür darf an dieser Stelle nicht enthüllt werden, denn er verbirgt sich im Wesen des elektrischen Geistesfeuers selbst.

Das Juwel selbst bleibt im okkulten Sinn unbewegt und kreist nicht. Es ist ein Punkt des Friedens; es pulsiert rhythmisch, gleich wie das Herz des Menschen, und strahlt acht Ströme von lebendigem Feuer aus, die sich bis zur Spitze der vier Liebesblätter und [1119] der vier Opferblätter erstrecken. Diese achtfache Energie ist Atma-Buddhi. Es ist das letzte Ausstrahlen, das zur schliesslichen Auflösung des egoischen Körpers führt. Die Wissensblätter werden von diesem zentralen Feuer nicht berücksichtigt und stellen ihre Tätigkeit im Lauf der Zeit ein; Wissen wird durch göttliche Weisheit ersetzt, und den Liebesblättern werden ihre Kräfte ebenfalls entzogen. Nichts bleibt am Ende übrig, als der «Opferwunsch»; und da der Schwingungsimpuls jetzt dem Wesen des lebendigen Juwels verwandt ist, kommt es zu einer Synthese innerhalb der zentralen lebendigen Einheit, und nur das feurige Juwel bleibt übrig. Wenn alle Blätter ihre Kräfte anderweitig verteilt haben, ist der Enthüllungsvorgang beendet. Die niederen Feuer sterben aus; das mittlere Feuer wird absorbiert, und bloss der strahlende elektrische Feuerpunkt bleibt bestehen. Dann ergibt sich bei der letzten Einweihung eine merkwürdige Erscheinung. Das feurige Juwel flammt auf und wird aus einem zu sieben Juwelen oder zum siebenfachen elektrischen Funken, und in der Hitze des dabei erzeugten Brandes wird es von der Monade oder dem Einen absorbiert. Ein entsprechender Vorgang lässt sich im Höhepunkt der solaren Evolution beobachten, wenn vor dem grossen Pralaya die sieben Sonnen aufflammen.

All diese Beschreibungen haben lediglich den Zweck, dem Leser in bildlicher Form einen kleinen Begriff von der Schönheit und den komplizierten Zusammenhängen der göttlichen Vorgänge zu vermitteln, die im Mikrokosmos und im Makrokosmos stattfinden. Sie alle dienen allerdings nur dazu, die Wirklichkeit zu begrenzen und zu umschreiben, aber ein Mensch, dessen göttliches Auge sich zu öffnen beginnt und dessen höhere Intuition erwacht ist, findet in diesen Bildern einen Schlüssel zur höheren Auslegung. Sie enthüllen ihm gewisse Ideen in bezug auf das Wesen des Feuers.

Abschliessend möchte ich über die Bewegung im Kausalkörper sagen, dass auch sie - auf ihrer eigenen Ebene - die drei Eigenschaften: Trägheit, Beweglichkeit und Rhythmus aufweist.

Trägheit kennzeichnet das Stadium, ehe die verschiedenen Blätterringe sich zu drehen beginnen, denn diese Umdrehung macht sich [1120] erst dann fühlbar, wenn die Blätter selbst in Tätigkeit treten. Man könnte sagen, dass der Durchgang des Pilgers durch die Halle der Unwissenheit der Periode «egoischer Trägheit» entspricht. Während dieser Zeit sind die permanenten Atome die am meisten erkennbaren Lichtpunkte im Lotos; sie bilden die «Energieversorger» der Blätter. Wenn der Pilger auf der physischen Ebene sich dann später in erhöhtem Mass betätigt und der egoische Lotos sich infolgedessen rascher zu entfalten beginnt, kommt es zum Stadium der Beweglichkeit, und die Kreise fangen an sich zu drehen. Schliesslich, wenn der Mensch den Pfad betritt und sein bewusstes Streben stärker zum Ausdruck kommt, entfaltet sich die mittlere Knospe; die Umdrehung wird einheitlich und die hervorstrahlenden Feuer des Juwels prägen dem Lotos einen besonderen Rhythmus auf und bringen seine Energien ins Gleichgewicht. Dieser Rhythmus ist verschieden je nach der Art der betreffenden Monade, oder je nach dem Wesen ihres göttlichen Prototyps, des planetarischen Logos, dem der betreffende Mensch strahlenmässig zugehört.

Durch Anwendung bestimmter Worte erhalten die werktätigen grossen Jünger des Planeten, die Bruderschaft des Lichts, Aufschluss über das Wesen des betreffenden Egos, die Qualität seines Strahls, die Zahl seiner Schwingung und die von ihm erreichte Evolutionsstufe. Man kann also verstehen, warum die Bezeichnungen der sieben rhythmischen Gruppen an dieser Stelle nicht veröffentlicht werden dürfen.

Eine der Wirkungen, die im niederen Menschen (über die Zentren) durch die vereinte Aktivität des Kausalkörpers erzeugt werden, besteht darin, die niederen Energien des Menschen zu harmonisieren. Diese niederen Energien manifestieren sich bekanntlich durch:

a. die drei Gruppen von Zentren innerhalb der drei Körper,

b. den ätherischen Körper selbst,

c gewisse Zentren im physischen Körper, wie z.B. die Zirbeldrüse, den Hirnanhang und die Milz.

Wir sprechen hier nicht voll der Tätigkeit, die von diesen Zentren aufgrund ihres innewohnenden Wesens selbst veranlasst wird, [1121] sondern von den Wirkungen, die sich in ihnen in dem Mass beobachten lassen, wie die drei Blätterringe mit zunehmender Kohäsion wirksam werden und die im Juwel schlummernde Kraft fühlbar wird. Im einzelnen liesse sich sagen, dass diese Wirkungen sich in dreifacher Weise zeigen:

Erstens sind sie die Ursache dafür, dass die «Räder» oder Zentren auf jeder Ebene (oder in jedem der subtileren Träger) vierdimensional werden und als «Räder, die sich um sich selbst drehen» in Tätigkeit treten.

Zweitens sorgen sie dadurch für ordnungsmässige Kraftverteilung, dass sie verschiedene Energie-Dreiecke innerhalb der Körper bilden. Damit haben wir uns bereits befasst und brauchen hier also nur darauf hinzuweisen, dass die Energie, die sich im Kausalkörper ansammelt und sich von dort aus bemerkbar macht, die Ursache dafür ist, dass es zwischen den einzelnen Zentren zu jenem esoterischen Kreislauf von Kraft kommt, der am Ende jedes Zentrum in einer besonderen, geometrischen Weise verbindet und sich dadurch jeden Bestandteil des niederen menschlichen Wesens unterwürfig macht.

Drittens bewirken sie die Anregung gewisser Körperdrüsen, die man derzeit als rein physisch betrachtet, und machen es dem Sonnenengel dadurch möglich, den dichten physischen Körper zu beherrschen und seinem Zweck gefügig zu machen.

Vielleicht hilft es dem Leser, wenn er jederzeit die Tatsache im Sinn behält, dass jedes Zentrum als ein Beweis für solare Energie oder solares Feuer anzusehen ist, das als ein Medium niederer Energie oder des Reibungsfeuers in Erscheinung tritt. Wo diese Zentren vorhanden sind, vermag der Sonnenengel allmählich seinen Rhythmus und seine Schwingung durchzusetzen und dem aufzuprägen, was nach einem verhältnismässig niederen Rhythmus schwingt. So unterwirft er sich allmählich die gesamte niedere Form-Substanz.